Hardyscheibe oder Rag Joint

Fahrzeuge haben in der Regel eine Hardyscheibe in der Lenksäule verbaut. Sie ist eine aus Gummi oder einem anderen elastischen Material gefertigte Scheibe, mit zumeist einvulkanisierten Buchsen aus Metall, die dafür sorgt, dass leichter Winkelversatz der beiden Achsen und sogar minimale Fluchtfehler ausgeglichen und gleichzeitig Drehmoment-Stöße gedämpft werden. Die Scheibe beim Cooper ist schon 50 Jahre alt, wurde noch nie gewechselt und bereits reichlich zerstört. Die Grundfunktion, die Übertragung der Lenkkräfte sind dadurch zwar nicht gefährdet, aber dem Komfort und der Fahrsicherheit ist das Ganze doch nicht zuträglich.

Der Wechsel der Hardyscheibe erscheint nicht ganz so einfach. Die Schrauben der Scheibe sind nicht gut zu erreichen. Wir müssen die Lenksäule im Innenraum lösen und in das Fahrzeug ziehen. Dafür werden die Schrauben unterhalb des Armaturenbrettes sowie die vier Schrauben im Fußraum gelöst. Die Klemmung der Scheibe auf der Welle des Lenkgetriebes ist sehr fest.

Mit etwas Fingerspitzengefühl schaffen wir das Lösen aller Schrauben einschließlich der Klemmschelle. Die Hardyscheibe klopfen wir mit einem kleinen Hammer herunter. Alles ist frei und die neue Scheibe kann montiert werden.

Hardyscheibe ausgebaut

Wenn man sich die alte Scheibe ansieht, bestätigt sich der Anfangsverdacht, dass der Austausch notwendig ist.

Ganz wichtig ist die Auswahl der richtigen Scheibe. Es werden drei originale Nachbauten angeboten. Die Wahl hängt dabei von der Ausstattung des Fahrzeugs ab. Entscheidend sind manuelle Lenkung, Servolenkung und die Motorisierung.

Hier mal kurz die drei Varianten der Klemmung aufgelistet:

  1. Rund 36 Zähne, 3/4 Zoll Durchmesser
  2. Abgeflachte Seite mit 25 Zähnen und 3/4 Zoll Durchmesser
  3. Abgeflachte Seite mit 31 Zähnen und 13/16 Zoll Durchmesser

Welche darf es denn bitte sein?

Das erste Anhalten ist sehr vielversprechend. Ohne viel Kraftaufwand lässt sich die Scheibe gut ein Viertel auf die Welle schieben. Mit etwas Fett und ein paar kleinen Klopfern rutscht sie komplett auf die Welle vom Lenkgetriebe. Die Sicherungsschraube durch und festgezogen. Das ging mal einfach.

Wir bereiten die Lenksäule noch schnell auf. Etwas entrosten und frische Farbe. Eine neue Dichtung zwischen Montageplatte und Spritzwand wird noch aufgeklebt.

Wenn alles klappt, ist man nach gut 5 Stunden als ungeübter Schrauber fertig.