Veröffentlicht am 20. November 2022
Aktualisiert am 21. September 2026
Inhalt
- Allgemeines
- 1967
- 1968
- 1969
- Alle Modelljahre
- Spezielles
- Zusammenfassung

Allgemeines
Bei der ersten Generation wurden verschiedene Aufkleber, Papieretiketten, Anhänger und Farbmarkierungen verwendet. Sie dienten entweder als Bedienungs- und Sicherheitshinweise für den Fahrzeughalter oder zur Identifikation von Bauteilen während der Produktion.
Der Camaro der 1. Generation ist über 50 Jahre alt. Im Laufe dieses Lebens werden die Fahrzeuge irgendwann mal neu lackiert. Es gibt tatsächlich nur sehr wenige Survivor, die noch mit dem Erstlack auf der Straße stehen. Bei den „Restaurationen“ wird alles abgeschliffen, so auch die Fahrzeugaufkleber. Im Zubehör gibt es passende Aufkleber für alle Baujahre, Ausstattungslinien und Motorisierungen. Unterschieden wird dabei nach Basis, SS- und RS-Modell sowie Z/28 und zwischen Coupé oder Cabriolet. Die Motorisierungen haben Einfluss auf diverse Bezeichnungen, Typen- und Hinweisschildern. Alle Aufkleber variierten etwas in den Baujahren.
Die mir bekannten Bücher und Internetseiten gehen im Allgemeinen nur auf die wichtigen Embleme der Karosserie ein, vergessen dabei die kleinen Aufkleber, die das Fahrzeug authentisch erscheinen lassen. Die Aufkleber hatten keinen festen Platz. Sie wurden händisch aufgesetzt und haben daher immer eine gewisse Varianz.
Ein Teil der Aufkleber sind als hochwertige Reproduktion bei HeartBeatCityCamaro oder ClassicIndustries einzeln oder als Satz bestellbar. Allerdings sind diese sehr allgemein gehalten und passen in der Regel nicht historisch korrekt an ein bestimmtes Fahrzeug. Nicht jede Kennzeichnung war bei jedem Camaro vorhanden. Viele waren abhängig von Modelljahr, Motor, Getriebe, Hinterachse, Bereifung, Fahrwerk, Klimaanlage oder Absatzmarkt.




TIPP: Da im Internet teils hochaufgelöste Fotos zum Download zu finden sind, habe ich die für mich wichtigen Aufkleber heruntergeladen, bearbeitet und auf wasserfesten Polyesteretiketten ausgedruckt. (Die sind nur aus nächster Nähe als „selbstgebastelt“ zu erkennen.)
Die folgende Übersicht beschränkt sich auf werkseitige Kennzeichnungen. Eingeschlagene oder eingeprägte Herstellungsnummern auf Motor, Getriebe, Lichtmaschine, Anlasser und anderen Bauteilen werden hier nicht behandelt.
Modelljahr 1967
Fahrzeugbezogene Label
| Kennzeichnung | Position | Verwendung / Abhängigkeit |
|---|---|---|
| Reifendruck- und Reifengrößenlabel | Innenseite Handschuhfachklappe | Alle Fahrzeuge; Ausführung abhängig von der montierten Reifen-/Radkombination |
| Wagenheber-Anweisung – Jacking Instructions | Unterseite Kofferraumdeckel | Alle Fahrzeuge; unterschiedliche Ausführungen insbesondere für Coupé/Cabriolet sowie spezielle Ersatzrad-/Radkombinationen |
| Positraction-Hinweis | Unterseite Kofferraumdeckel | Nur Fahrzeuge mit Positraction-Hinterachse |
| GM Mark of Excellence | Tür-/Türfalzbereich | Modelljahr 1967; dieses GM-Label gehört im Gegensatz zu 1968/1969 grundsätzlich zum 1967 Camaro |
| Emission-/Motor-Einstellhinweise | Motorraum | Abhängig von Motor, Abgasregelung und Absatzmarkt; insbesondere Fahrzeuge mit A.I.R.-System |
| Air-Cleaner Service Instructions | Luftfiltergehäuse | Ausführung abhängig von Motor und teilweise Getriebe |
| Motorwerk-Identifikationslabel | Ventildeckel | Bei bestimmten Motoren bzw. Motorwerken; Tonawanda- und teilweise Flint-Kennzeichnungen sind dokumentiert |
Das häufig angebotene Motorgrößen-Decal für den Ventildeckel gehört dagegen nicht zur serienmäßigen Camaro-Kennzeichnung. Die bei anderen Chevrolet-Modellen verbreiteten Motorgrößen-Aufkleber wurden nicht beim First-Generation Camaro verwendet. Motorwerk-Labels sind davon zu unterscheiden.

Positraction
Der sogenannte Positraction-Aufkleber im Kofferraum war ursprünglich häufig kein selbstklebendes Decal, sondern ein bedrucktes Papierblatt, das relativ grob mit Klebstoff auf die Innenseite des Kofferraumdeckels geklebt wurde. Die heute angebotenen selbstklebenden Reproduktionen sind daher konstruktiv nicht immer originalgetreu.
Zusätzlich besaßen Positraction-Hinterachsen einen roten Kunststoffanhänger am Einfüllstopfen des Differentials mit dem Hinweis:
USE POSITRACTION DIFF. LUBRICANT ONLY
Dieser Anhänger wurde 1967–1969 verwendet. Beim 1967er ist wegen des größeren Einfüllstopfens auch die Öffnung im Anhänger größer als 1968/1969. Fahrzeuge mit offenem Differential erhielten diesen Anhänger nicht.

Fahrwerk und Antriebsstrang 1967
Federkennzeichnungen
Vorder- und Hinterfedern wurden über Papier-/Klebeetiketten beziehungsweise Identifikationscodes gekennzeichnet. Die konkrete Feder wurde nicht allein vom Motor bestimmt, sondern aus dem tatsächlichen Fahrzeuggewicht und den bestellten Optionen ausgewählt.
Ein Fahrzeug mit Klimaanlage, Servolenkung oder anderen gewichtserhöhenden Optionen kann daher andere Vorderfedern und andere Feder-Tags besitzen als ein ansonsten gleich motorisierter Camaro.
Kühler-Identifikation
Originale Camaro-Kühler besaßen ein Metall-Identifikationsschild am oberen Kühlerrahmen. Es trägt einen Broadcast-Code und die Kühleridentifikation.
Die Auswahl war abhängig von:
- Motor
- Schalt- oder Automatikgetriebe
- Klimaanlage C60
- Heavy-Duty Cooling V01
Das Schild wurde zusammen mit dem Kühler lackiert und ist deshalb bei Originalkühlern normalerweise schwarz.
Kardanwellen-Farbmarkierungen
Die Kardanwellen erhielten während der Herstellung handaufgetragene Farbringe. Sie dienten der schnellen Identifikation im Montagewerk.
Die Streifen wurden während des Wuchtvorgangs mit einem Pinsel auf die rotierende Welle aufgebracht. Breite, Abstand und exakte Position können deshalb deutlich variieren.
| 1967 – Motor/Getriebe | Farbmarkierung |
|---|---|
| L6 oder Small Block + Schaltgetriebe | Orange / Weiß |
| L6 oder Small Block + Powerglide | Orange / Weiß |
| Big Block + Schaltgetriebe | Orange / Grün / Weiß |
| Big Block + TH400 | Orange / Grün / Pink |
Modelljahr 1968
Fahrzeugbezogene Label
| Kennzeichnung | Position | Verwendung / Abhängigkeit |
|---|---|---|
| Reifendruck- und Reifengrößenlabel | Innenseite Handschuhfachklappe | Alle Fahrzeuge; abhängig von Rad-/Reifenkombination |
| Wagenheber-Anweisung – Jacking Instructions | Unterseite Kofferraumdeckel | Alle Fahrzeuge; unterschiedliche Ausführung für Coupé, Cabriolet und verschiedene Ersatzrad-/Fahrwerkskombinationen |
| Positraction-Hinweis | Unterseite Kofferraumdeckel | Nur Positraction |
| Emission/Tune-Up Label | Oberer Kühlerträger | Motorausführung abhängig |
| Air-Cleaner Service Instructions | Luftfiltergehäuse | Motor- und teilweise getriebeabhängig |
| Motorwerk-Label | Ventildeckel | Abhängig vom Motorenwerk |
| Astro-Ventilation-Schriftzug | Seitenscheiben vorn | Nur frühe Produktion 1968 |
| GM Mark of Excellence | — | Nicht für 1968 vorgesehen |
Der Reifendruckaufkleber befand sich beim 1968 Camaro noch an der Innenseite der Handschuhfachklappe. Dies ist unter anderem an erhaltenen Originalfahrzeugen dokumentiert.
Änderung während des Modelljahres: Astro Ventilation
Der 1968 Camaro führte die Astro-Ventilation ein. Frühe Fahrzeuge besaßen dazu einen kleinen Astro-Ventilation-Schriftzug auf den vorderen Türscheiben. Diese Kennzeichnung entfiel ungefähr Ende Dezember 1967. Einzelne später produzierte Van-Nuys-Fahrzeuge mit der Kennzeichnung sind allerdings bekannt.

Damit ergibt sich:
- Produktion etwa August–Dezember 1967: Astro-Ventilation-Logo möglich bzw. vorgesehen.
- Produktion ab etwa Januar 1968: normalerweise kein Astro-Ventilation-Logo mehr.
- Wagenheber-Label 1968: Die Jacking Instructions waren nicht universell.
Unterschieden wurde unter anderem zwischen:
- Coupé
- Cabriolet
- Standardrad-/Ersatzradkombination
- SS-Anwendungen
- speziellen Rädern beziehungsweise Ersatzradlösungen
Originalfahrzeuge zeigen außerdem, dass früh produzierte 1968er teilweise noch eine bereits aus 1967 stammende Version des Wagenheber-Labels verwendeten. Eine datumsgenaue Zuordnung allein anhand des aufgedruckten Revisionsdatums ist deshalb nicht immer möglich.
Motor- und Luftfilterkennzeichnung 1968
Die Air-Cleaner-Service-Aufkleber konnten sogar vom Getriebe abhängig sein. Für den 327 LF7 beispielsweise sind unterschiedliche Luftfilter-Service-Label für Powerglide und Schaltgetriebe dokumentiert. Damit darf ein Luftfilter-Decal nicht allein anhand von Hubraum und Modelljahr ausgewählt werden.

Fahrwerk und Antriebsstrang 1968
Feder-Tags
1968 wurde die Hinterradfederung stärker nach Antriebsausführung differenziert:
- 6-Zylinder: Mono-Leaf
- normale Small-Block-Anwendungen: überwiegend Mono-Leaf
- Fahrzeuge mit 12-Bolt-Hinterachse: Multi-Leaf
- SS: Multi-Leaf
- Z/28: Multi-Leaf
- L30/M20 327/275 HP mit 4-Gang: Multi-Leaf
Auch die Vorderfedern besaßen Identifikations-Tags; der konkrete Code war von Fahrzeuggewicht und Optionen abhängig.
Kardanwellen-Markierungen 1968
| Motor/Getriebe | Farbmarkierung |
|---|---|
| L6 oder Small Block + Schaltgetriebe | Orange / Weiß |
| L6 oder Small Block + Powerglide | Orange / Weiß |
| Big Block + Schaltgetriebe | Orange / Grün / Weiß |
| Big Block + TH400 | Orange / Grün / Pink |
Eine Besonderheit bilden einige späte 1968er 327/275-HP-Fahrzeuge mit TH350, die zu einem internen GM-Versuchsprogramm gehörten. Für diese TH350-Anwendung wurde eine andere Kardanwelle verwendet.
Modelljahr 1969
1969 unterscheidet sich bei mehreren sichtbaren Labeln deutlich von 1967 und 1968.
Fahrzeugbezogene Label
| Kennzeichnung | Position | Verwendung / Abhängigkeit |
|---|---|---|
| Reifendruck- und Reifengrößenlabel | Fahrertür | Alle Fahrzeuge; Ausführung abhängig von Rad-/Reifenkombination |
| Wagenheber-Anweisung – Jacking Instructions | Unterseite Kofferraumdeckel | Alle Fahrzeuge; abhängig von Karosserie und Rad-/Ersatzradkombination |
| Positraction-Hinweis | Unterseite Kofferraumdeckel | Nur Fahrzeuge mit Positraction |
| Emission/Tune-Up Label | Kühlerträger bzw. motorraumseitiger Bereich | Alle 1969 Camaro; Ausführung abhängig vom Motor |
| Air-Cleaner Service Instructions | Luftfiltergehäuse | Motor-/Luftfilterausführung abhängig |
| Motoridentifikationslabel am Luftfilter | insbesondere Hochleistungsmotoren | z. B. 302- und 396-Anwendungen |
| Motorwerk-Label | Ventildeckel | insbesondere bei Tonawanda-Motoren |
| Antifreeze/Coolant Label | Motorraum | vor allem für Kanada bestimmte Fahrzeuge |
| Federal Certification Label | Fahrertür | nur sehr späte 1969-Produktion ab September 1969 |
| GM Mark of Excellence | — | 1969 nicht werkseitig verwendet |
Beim 1969 Camaro wanderte das Tire Pressure Label vom Handschuhfach an die Fahrertür. Originale 1969 Fahrzeuge zeigen dort das Reifen-/Luftdrucklabel.
Produktionsänderungen 1969
Januar 1969 – Änderung der Basismotoren
Zum 1. Januar 1969 änderte Chevrolet wesentliche Motorangebote:
- der 327/2-bbl Basismotor wurde durch den 307/2-bbl ersetzt;
- der LM1 350/4-bbl wurde durch den L65 350/2-bbl ersetzt.
Dadurch ändern sich ab diesem Produktionszeitraum auch motorabhängige Komponenten und deren Identifikationskennzeichnungen. Für eine Restaurierung sollte daher bei einem 1969er immer der tatsächliche Produktionsmonat mit dem Motor kombiniert betrachtet werden.

September 1969 – Federal Certification Label
Ein besonders wichtiger Unterschied betrifft das blaue Federal Motor Vehicle Safety Standards Certification Label mit VIN und Produktionsdatum.
Dieses Label gehört nicht auf normale 1969 Camaro.
Es wurde erst bei den extrem spät produzierten Fahrzeugen eingeführt, die bereits den Zertifizierungsvorschriften für das Modelljahr 1970 unterlagen. Sie wurden ab Produktionsbeginn 2. September 1969, ungefähr ab VIN N678254 verwendet.
Bereits ab Mitte August wurde die Struktur der linken Tür für die Positionierung dieses Labels geändert.

Damit gilt:
| Produktionszeitraum 1969 | Federal Certification Label |
|---|---|
| bis Mitte Aug. 1969 | Nein |
| zweite Hälfte Aug. 1969 | normalerweise noch nein; Türstruktur teilweise bereits geändert |
| ab 2. Sept. 1969 | Ja |
Ein im Februar 1969 gebauter Camaro darf dieses Label daher beispielsweise nicht besitzen.
Emission-/Tune-Up Label 1969
Jeder 1969 Camaro erhielt ein motorabhängiges Emission Control/Tune-Up Label. Bei normalen Fahrzeugen befindet es sich auf dem oberen Kühlerträger auf der Fahrerseite. Die Position auf dem Lüftergehäuse, die bei vielen restaurierten Fahrzeugen zu sehen ist, ist nicht die normale Standardposition.

Bei Fahrzeugen mit Klimaanlage gibt es allerdings Besonderheiten, da die Kühlerträgerabdichtung mit der normalen Position kollidieren konnte. Erhaltene Fahrzeuge zeigen deshalb abweichende Anordnungen. Diese sollten nicht ohne Bezug auf Fahrzeugausstattung und Produktionswerk verallgemeinert werden.
Antifreeze-/Coolant-Label
Der häufig in Repro-Sätzen enthaltene grüne Kühlmittel-Aufkleber war kein allgemeines Camaro-Label. Bei gut dokumentierten Fahrzeugen zeigt sich seine Verwendung insbesondere bei für Kanada bestimmten Fahrzeugen. Für normale US-Fahrzeuge ist er nicht generell vorgesehen.
Damit gilt:
- US-Auslieferung: normalerweise kein grünes Antifreeze-Label.
- Kanada-Auslieferung: Label kann werkseitig vorhanden sein.

Air-Cleaner- und Motorwerk-Kennzeichnungen 1969
Hier muss zwischen mehreren völlig unterschiedlichen Kennzeichnungen unterschieden werden.
Air-Cleaner Service Label
Service- bzw. Wartungshinweise auf dem Luftfiltergehäuse waren abhängig von:
- Motor
- Vergaser
- Luftfilterausführung
- teilweise Getriebe
- Standard-, Open-Element- oder Cowl-Induction-Luftfilter

Leistungs-/Motoridentifikation
Bestimmte Hochleistungsmotoren besaßen zusätzlich eine Motoridentifikation am Luftfilter, beispielsweise bei 302- und 396-Anwendungen. Diese darf nicht mit den häufig angebotenen universellen „engine size decals“ für die Ventildeckel verwechselt werden.

Tonawanda Engine Plant Label
Bei Motoren aus dem Tonawanda Engine Plant ist das bekannte „Number 1 Team“ beziehungsweise Tonawanda-Label auf dem vorderen Bereich des rechten Ventildeckels dokumentiert.
Für einen 1969 SBC gilt beispielsweise:
- Motor aus Tonawanda → Tonawanda-Label möglich und korrekt;
- Motor aus Flint → normalerweise kein entsprechendes Ventildeckel-Label.

Fahrwerk und Antriebsstrang 1969
Feder-Tags
1969 wurde die Federrate sehr fein nach Fahrzeuggewicht und Ausstattung abgestimmt. Vorder- und Hinterfedern besaßen entsprechende Identifikationscodes.
Die Auswahl konnte beeinflusst werden durch:
- L6, Small Block oder Big Block
- Klimaanlage
- Servolenkung
- Getriebe
- Karosserieform
- Z/28
- SS
- F41
- G31
- weitere gewichtswirksame Optionen
Für die Hinterfedern sind unter anderem Codes wie BA, BF, BG, BK, BL, BM, BN, BP, BQ, BR, BS, BT, BU, BV, BW, BX, BY und BZ dokumentiert; bei den Vorderfedern existiert ebenfalls eine umfangreiche Codegruppe. Die reine Motorangabe reicht deshalb nicht aus, um den korrekten Feder-Tag zu bestimmen.

Hinterfeder-Typ 1969
| Motor/Fahrzeug | grundsätzliche Federbauart |
|---|---|
| 6-Zylinder | Mono-Leaf |
| 307 | Mono-Leaf |
| 327 | Mono-Leaf |
| 350 | Multi-Leaf |
| Fahrzeuge mit 12-Bolt | Multi-Leaf |
| Z/28 | Multi-Leaf, normalerweise 4 Blatt |
| sonstige leistungsstarke Anwendungen | meist Multi-Leaf, genaue Blätterzahl abhängig von Anwendung |
Kardanwellen-Farbmarkierungen 1969
Die Farbmarkierungen der Kardanwelle sind besonders interessant, weil sich damit Motor-/Getriebekombinationen unterscheiden lassen.
| Motor/Getriebe | Farbmarkierung |
|---|---|
| L6, Small Block oder 396 mit Schaltgetriebe | Orange / Weiß |
| L6 oder Small Block mit Powerglide | Orange / Weiß |
| L6 oder Small Block mit TH350 | Orange / Blau / Pink |
| Big Block mit TH400 | Orange / Grün / Violett |
| 427 mit Muncie | Orange / Braun / Violett |
Für das TH350 wurde 1969 eine eigene Kardanwelle verwendet, obwohl Länge und Anschluss grundsätzlich der normalen Small-Block-Welle ähnelten. Damit ist beispielsweise für einen originalen 1969 Camaro 307 mit TH350 die Farbkombination Orange / Blau / Pink die relevante werkseitige Identifikationsmarkierung.
Alle Modelljahre
Hinterachse – Positraction-Kennzeichnung 1967–1969
Bei Positraction-Achsen wurden zwei unterschiedliche Hinweise verwendet:
- Hinweis im Kofferraum: Bedrucktes Papier auf der Unterseite des Kofferraumdeckels.
- Roter Anhänger am Einfüllstopfen des Differential: USE POSITRACTION DIFF. LUBRICANT ONLY Dieser rote Kunststoffanhänger gehört ausschließlich zu Positraction-Achsen.
Bei einem offenen Differential dürfen weder der Positraction-Papierhinweis im Kofferraum noch der rote Differentialanhänger montiert werden.

Kühler-Identifikationsschild 1967–1969
Alle originalen Camaro-Kühler besaßen ein kleines Metall-Identifikationsschild. Es kennzeichnete den Kühler über einen sogenannten Broadcast Code.
Die Kühlerausführung hing ab von:
- Modelljahr
- Motor
- Schalt- oder Automatikgetriebe
- C60 Klimaanlage
- V01 Heavy-Duty Cooling
1967 waren die Tags einfacher aufgebaut. 1968 und 1969 wurden größere Tags mit zusätzlichen Angaben für Tanks und Kühlerkern verwendet.
Sitzgurt-Tags 1967–1969
Auch die Sicherheitsgurte besitzen werkseitige Identifikationsetiketten.
Die eingenähten Tags enthalten unter anderem:
- Hersteller
- Modelljahr
- Gurtmodell
- Produktionsdatum beziehungsweise Produktionswoche

Die Tags sind normalerweise so angebracht, dass sie bei normaler Gurtposition kaum sichtbar sind. Standard- und Deluxe-Gurte stammten von unterschiedlichen Herstellern; außerdem änderte sich das Codierungssystem zwischen 1968 und 1969. Diese Labels sind bei einer Concours-Restaurierung relevant, gehören jedoch nicht zu den Bedienhinweisen des Fahrzeugs.
Fertigungs- und Prüfmarkierungen
Neben Aufklebern verwendeten Fisher Body und Chevrolet zahlreiche temporäre beziehungsweise produktionsbezogene Markierungen.
Dazu gehören beispielsweise:
- Feder-Tags
- Kardanwellen-Farbringe
- Broadcast-Codes
- Wachsstift-/Kreidemarkierungen
- Farbpunkte
- Inspektionsstempel
- PTB-Kontrollstempel
- weitere Montage- und Prüfzeichen
Solche Markierungen wurden von Hand angebracht und unterscheiden sich teilweise zwischen Norwood und Van Nuys sowie zwischen Produktionsschichten und Zeiträumen.
Bei Norwood-Fahrzeugen sind beispielsweise PTB-Inspektionsstempel im Bereich der Spritzwand/Cowl-Tag-Zone dokumentiert. Nicht jedes erhaltene Originalfahrzeug zeigt jedoch dieselben Stempel, sodass ihre Position und Farbe nicht pauschal für jeden Camaro reproduziert werden sollte.
Für eine authentische Restaurierung sollten Fertigungsmarkierungen deshalb möglichst anhand von erhaltenen Spuren am konkreten Fahrzeug oder anhand zeitnah produzierter Vergleichsfahrzeuge rekonstruiert werden.
Spezielles
Karosserie-Streifen mit Decal-/Tape-Anteilen
Nicht alle werkseitigen Zierstreifen waren vollständig lackiert.
1967
Die D91-Frontakzentstreifen waren grundsätzlich lackiert.
1968
Beim ab Januar 1968 verwendeten D90 Sport Stripe war der vordere Bereich lackiert; ein Teil des Streifens im Bereich von Kotflügel/Tür wurde als aufgeklebtes Material ausgeführt.
1969
Beim 1969er D90 „Hockey Stick“ Stripe war der vordere Bereich auf dem Kotflügel lackiert, während der hintere Abschnitt über Kotflügelkante/Tür als Decal ausgeführt wurde. Auch beim optionalen DX1 Stripe existierten Tape-/Decal-Anteile. Die Z/28-Doppelstreifen waren dagegen im Wesentlichen lackiert.
Werkseitig nicht korrekte Aufkleber
Bei vielen heute erhältlichen „Decal Kits“ werden Kennzeichnungen mitgeliefert, die am Camaro der ersten Generation nicht oder nicht generell verwendet wurden.
Der bekannte gelb-schwarze beziehungsweise gelbe Lüfterwarnaufkleber gehört nicht auf einen 1967–1969 Camaro. Die CRG und der ehemalige GM-Ingenieur John Hinckley weisen darauf hin, dass dieses Label ursprünglich keine Camaro-/GM-Montagewerksanwendung war und durch Reproduktionskataloge verbreitet wurde.

GM Mark of Excellence
| Modelljahr | Verwendung |
|---|---|
| 1967 | Ja |
| 1968 | Nein |
| 1969 | Nein |
Für einen 1969 Camaro ist ein GM-Mark-of-Excellence-Türaufkleber nicht werkseitig korrekt.
Anmerkung: Ich find das schön, und hab es deshalb trotzdem angeklebt.
Grünes Antifreeze-Label
Nicht generell für US-Camaros. Vor allem bei Kanada-Ausführungen dokumentiert.
Federal Certification/VIN Label
Nicht auf normale 1967-, 1968- oder frühe/mittlere 1969 Camaro übertragen. Beim Camaro erst ab der extrem späten Produktion ab 2. September 1969.
Motorgrößen-Decal auf Ventildeckeln
Universelle „327“, „350“, „396“ usw. Ventildeckel-Aufkleber, wie sie in manchen Repro-Sätzen enthalten sind, dürfen nicht automatisch verwendet werden. Beim First-Generation Camaro sind stattdessen konkrete Motorwerk- und Luftfilterkennzeichnungen zu unterscheiden.
Zusammenfassung nach Modelljahr
| Kennzeichnung | 1967 | 1968 | 1969 |
|---|---|---|---|
| Reifendrucklabel | Handschuhfach | Handschuhfach | Fahrertür |
| Jacking Instructions | Ja | Ja | Ja |
| Positraction-Papierlabel | nur Posi | nur Posi | nur Posi |
| roter Posi-Differentialanhänger | nur Posi | nur Posi | nur Posi |
| GM Mark of Excellence | Ja | Nein | Nein |
| Emission/Tune-Up Label | emissionsabhängig | Ja | Ja |
| Air-Cleaner Service Label | motorabhängig | motor-/getriebeabhängig | motorabhängig |
| Motorwerk-Label | teilweise | abhängig vom Motorwerk | abhängig vom Motorwerk |
| Astro-Ventilation-Fensterlogo | Nein | bis etwa 12/1967 | Nein |
| grünes Antifreeze-Label | markt-/exportabhängig | vor allem Kanada | vor allem Kanada |
| Federal Certification Label | Nein | Nein | nur ab 02.09.1969 |
| Kühler-Metalltag | Ja | Ja | Ja |
| Feder-Identifikationstags | Ja | Ja | Ja |
| Kardanwellen-Farbringe | Ja | Ja | Ja |
| Sitzgurt-Identifikationstags | Ja | Ja | Ja |
| PTB-/Produktionsmarkierungen | werk-/fahrzeugabhängig | werk-/fahrzeugabhängig | werk-/fahrzeugabhängig |
| „CAUTION FAN“-Decal | Nein | Nein | Nein |
Zuordnung der wichtigsten Kennzeichnungen nach Fahrzeugausstattung
Für die Rekonstruktion eines konkreten Camaro sollte deshalb mindestens folgende Kombination bekannt sein:
Modelljahr + Produktionsmonat + Montagewerk + Karosserieform + Motor + Getriebe + Hinterachse + Bereifung + Klimaanlage + Fahrwerksoptionen + Absatzmarkt.
Erst daraus lassen sich beispielsweise korrekt bestimmen:
- Reifendrucklabel
- Wagenheber-Label
- Luftfilterkennzeichnung
- Emission/Tune-Up Label
- Kardanwellen-Farbringe
- Feder-Tags
- Kühler-Broadcast-Tag
- Positraction-Hinweise
- gegebenenfalls Motorwerk-Label
Gerade bei den Identifikationsmarkierungen gilt deshalb: Nicht der im Handel angebotene „1969 Camaro Decal Kit“ bestimmt die korrekte Ausstattung, sondern die tatsächliche Werkskonfiguration des einzelnen Fahrzeugs.
