Meine Einschätzung

Veröffentlicht am 7. August 2019
Aktualisiert am 21. September 2022

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Inhalt
Fazit nach dem 1. Jahr
Fazit nach dem 2. Jahr
Fazit nach dem 3. Jahr
Fazit nach dem 4. Jahr
Fazit nach dem 5. Jahr

Der Wagen ist eine grundsolide Basis!

Fazit nach dem 1. Jahr = September 2018

Drumherum

Die Karosse ist tadellos. Keine großen Löcher, keine großen Rostflächen. 99,9 % der Bleche sind okay. Lediglich der Kofferraumboden hat ein 5×8 cm großes Loch bei der Reserveradhalterung und die Endspitzen sind gespachtelt.

Der Lack ist von den Amis, was nicht für High-End-Qualität steht. Unterm Lack ist eine ausreichend dicke Spachtelschicht (0,4 bis ca. 1 mm), die leider beim Anstoßen gern mal mit samt dem Lack abplatzt. Im Großen und Ganzen ist Cooper auch vollständig, es fehlen keine Teile.

Innendrin

Im Innenraum sind die Sitzbezüge, der Teppich und die Türpappen neu. Leider sind Armaturenbrett, Verkleidungsteile, Mittelkonsole und Handschuhfach vom Vorbesitzer von rot auf schwarz übergeduscht. Unvermeidliche Kratzer bringen dann das rote Original wieder zum Vorschein, was der Optik schadet. Heizungseinstellung und Kleinigkeiten bedürfen der Überholung oder Reparatur.

Zum Motor

Der nicht originale Motor ist getunt. Er besitzt einen für das Tuning ausreichend dimensionierten Vergaser. Für die Serie wäre dieser aber zu groß. Die scharfe Nockenwelle passt zum Vergaser und der Ansaugbrücke. Die Zylinderköpfe werden aber in der Kombination nicht ihr Potential ausschöpfen können. Großes Problem waren der nicht vernünftig eingestellte Vergaser und die Zündung.

1969 Chevrolet Camaro

Fazit nach dem 2. Jahr = September 2019

Der Cooper ist eine echt coole Socke. Mit der Zeit wird er immer besser. Die Anpassungen, Optimierungen und Reparaturen machen aus ihm einen tollen Wagen.

Zwischenzeitlich habe ich mich auch von dem Anspruch verabschiedet, den Wagen im Original zu halten. Die amerikanischen Vorbesitzer haben die vorhandene Basis bereits so sehr verändert, dass vom Ursprung nur noch das Blech, das Fahrwerk und der Motor erhalten waren. Den Motor habe ich dann auch noch von der Classic-Car-Ranch tauschen lassen.

Im Nachherein hätte man den (wahrscheinlich) originalen Motor vielleicht lassen sollen. Es hätte überholt werden müssen, wofür die 4.000 EUR Mehrpreis sicher nicht gereicht hätten. Wäre aber noch Original. Auf den Marktwert hätte das aber sicher keinen steigernden Einfluss.

Anmerkung 2022

Darüber hinaus handelt es sich beim Cooper um eine einfache Basis. Er ist kein SS, Z/28 oder COPO. Er ist nur ein Hausfrauenauto mit dem die moderne Frau die Kinder von der Schule abgeholt hat oder die Tochter der Familie (s. fiktive Lebensgeschichte). Optimierungen verringern den Wert des Fahrzeuges nicht.

Nur zur Verdeutlichung was der Amerikaner, die CCR und ich bereits umgebaut haben:

Original bei Auslieferung Zustand aktuell Durch wen?
Granatapfel Rot mit seitlichen schmalen weißen Streifen Granatapfel Rot mit schwarzen Streifen über den HaubenMr. Cooper
Flach Motorhaube Cold-Induction-Motorhaube (mit Höcker) Mr. Cooper
Keine Spoiler Front- und Heckspoiler Mr. Cooper
Weißes Vinyldach Schwarzes Vinyldach Mr. Cooper
Originaler Motor mit Gusskrümmer und Luftfiltergehäuse Getunter Motor mit Fächerkrümmer und offenem LuftfilterCCR
Einflutige Auspuffanlage Zweiflutige Auspuffanlage vor Mr. Cooper
195er 14″-Räder mit Radkappen 215er 15″-Räder mit Sombrero-Kappen Mr. Cooper / CCR
Trommelbremsen vorn Scheibenbremsen vorn, jetzt mit Bremskraftverstärker CCR
Rote Sitze, Teppich und Konsole Schwarze Sitze, Teppich und Konsole Mr. Cooper / Ich
Rotes Armaturenbrett Schwarzes Armaturenbrett Mr. Cooper / Ich
Zweispeichenlenkrad Dreispeichensportlenkrad Mr. Cooper
Analoges Radio Digitales Radio vor Mr. Cooper / Ich
Blechventilator an der Wasserpumpe Elektrischer Kühlerventilator Ich
Analoge Anzeigeinstrumente Elektronische Anzeigeinstrumente Ich
zusätzlich Batteriehauptschalter Ich
1969 Chevrolet Camaro

Fazit nach dem 3. Jahr = September 2020

An den oben getroffenen Feststellungen hat sich nichts geändert. Der Camaro wird immer besser. Die Technik entwickeln und verbessern wir immer weiter und so erreicht der Wagen einen Zustand, den manche deutlich jüngere Fahrzeuge nicht besitzen. Auch vorhandene nervige Detailfehler werden nach und nach beseitigt.

Unsere Entwicklung

Leider stelle ich immer wieder fest, dass man sich auf Werkstätten nicht verlassen kann, so dass wir immer mehr selbst machen müssen, wenn es vernünftig werden soll.

So wagen wir uns an Arbeiten, die ich noch vor einem Jahr von der Werkstatt erledigen lassen wollte. Wir hatten z. B. den „Motor offen“ und haben am Fahrwerk gearbeitet. Elektrisch hat sich auch einiges getan, so dass die Gefahr von Kabeldefekten auch weitestgehend minimiert wird. Die Karosserie hat nur ein paar kleine Schwachstellen.

Unsere „Rückschläge“

Da es teils an „tiefer“ liegende Baugruppen geht, passiert es auch häufiger, dass unpassende Teile gekauft werden (z. B. Hardyscheibe) oder durch Änderungen einer der Vorbesitzer die eigentlichen neu bestellten Originalteile nicht passen (z. B. Stoßdämpfer). Leider passiert es auch, dass Teile trotz aller Recherche nicht passen. Ursache ist die blöde englische Artikelbeschreibungen, die zu Missverständnissen führt oder die doofen Umrechnung von Zoll ins metrische System. Es sammeln sich dann auch andere Teile an (z. B. Felgenringe).

Fazit nach dem 4. Jahr = September 2021

Wegen eines bedauerlichen Umstandes können wir selbst nicht viel am Auto machen und auch nicht viel fahren. Allerdings habe ich die Gelegenheit genutzt, um dem Camaro einer grundlegenden Kur unterziehen zu lassen.

Ein Ausrutscher in den Graben sorgt dafür, dass die Kotflügel und die Türen lackiert werden müssen. Den Part hat u. a. die Versicherung übernommen. Einmal in der Werkstatt, lasse ich ihn komplett lackieren. Da der Gutachter auch die Vorderradaufhängung und das Lenkgestänge erneuert haben will, gibt es ein großzügiges Upgrade, nebst 225er Reifen von Continental ringsherum.

Front- und Heckspoiler kommen weg und die Streifen verschwinden. Auch die großen, von den Amis zugespachtelten, Rostschäden an den Endspitzen der hinteren Kotflügel werden fachmännisch durch Reparaturbleche ausgebessert.

Unterm Strich haben wir ein tolles Auto in einem super Zustand. Allerdings mit dem Handicap, dass er bereits mehr gekostet hat, als er vermutlich Wert ist. Auch ist die Originalität noch weiter weggerückt, wobei er sich optisch dem Original angenähert hat.

Zu der Liste der Veränderungen aus dem Abschnitt „2. Jahr“ gesellen sich noch die noch breiteren Reifen und die verbesserte Vorderradaufhängung. Allerdings reduziert um Spoiler und Streifen.

Ergänzung

Nach vier gemeinsamen Jahren mit dem Cooper war im Dezember 2021 wieder die Hauptuntersuchung fällig. Diesmal bin ich selbst zum TÜV. Der Prüfer ist vom Wagen sehr beeindruckt und nennt die Aufgabe ein „HighLight zum Jahresende“. Bei der Abgasuntersuchung schöpft er die Möglichkeiten der Messung für das alte Auto aus.

  • Schlussendlich: Prüfung ohne erkennbare Mängel bestanden.
  • Kosten: 124 EUR + 10 EUR für die Kaffeekasse und Ruhe bis Dezember 2023.

Fazit nach dem 5. Jahr = September 2022

Da der Camaro immer wieder in der Werkstatt ist, um noch Mängel vom Ausrutscher beseitigen zu lassen, kommen wir nicht wirklich zu Arbeiten am Auto oder dem Fahren. Hinzu kommt, dass die Lenkung nicht wie gewünscht funktioniert, so dass ich auch dort ständig nachbessere.

Am Auto erledigen wir nur Kleinigkeiten oder verbessern die Werkstattarbeit.

Leider fallen wegen Corona in den letzten 3 Jahren nahezu alle Oldtimertreffen aus. Treffen ab dem dritten Quartal liegen genau in unserem Urlaub.

Das zeigt sich auch in den zurückgelegte Strecken:

  • 2018 = 2200 km
  • 2019 = 2400 km
  • 2020 = 2200 km
  • 2021 = 500 km (3/4 Jahr in der Werkstatt)
  • 2022 = 700 km (mehrere Wochen Werkstatt)

Grundsätzlich bekräftige ich meine Aussage, dass der Wagen in meinen Augen nahezu perfekt ist. Macken sind einfach dem Alter geschuldet. Es macht Spaß an ihm zu schrauben und es macht Spaß mit ihm zu fahren.

Wie sagt man so schön:

Jammern auf hohem Niveau

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