1967

Allgemeines

Die Zubehörliste der ersten Generation umfasste knapp 80 Optionen, drei Hauptpakete und verschiedene Motorisierungen. Basis war grundsätzlich ein Reihen-Sechszylinder-Motor oder der kleinste V8.

Der Käufer konnte aus vier Innenausstattungen wählen, die in acht Farben lieferbar waren und so zu 17 Varianten führten. Hinzu kamen 15 Außenfarben die mit den Innenfarben kombiniert 62 verschiedene Kombinationen zuließen. Ergänzt um ein vinylbezogenes Dach und verschiedene Streifenformen und -farben ergaben sich sehr viele individuelle Varianten. Es konnten akzentuierende oder verbundene Farbkombinationen gewählt werden.

Auf Grund der Lage des Zündschlosses in der Armaturentafel hat der Camaro keine Lenkradsperre. Trommelbremsen an allen Rädern waren Standard. Bremskraftverstärker oder Scheibenbremsen an der Vorderachse konnten optional geordert werden. Alle Camaros hatten eine Zweikreisbremsanlage bei der das beifahrerseitige Vorderrad den einen Kreis bildete und das fahrerseitige sowie die Räder der Hinterachse den zweiten Kreis. Der Bremsdruck für die Leitung der Hinterräder wurde durch ein Ventil begrenzt. Scheibenbremsen hatten nicht automatisch einen Bremskraftverstärker zur Folge, dieser musste getrennt bestellt werden, dies galt auch bei der SS-Option.

Alle Camaros der ersten Generation haben bereits eine Windschutzscheibe aus Verbund-Sicherheitsglas (VSG), die Seitenscheiben und die Heckscheibe bestehen aus Einscheiben-Sicherheitsglas (ESG) Front- und Heckscheibe sind eingeklebt.

SS-Option

Die Entscheidung zur SS-Option führte über die Bestellung der Option mit dem zugehörenden Motor. Sie beinhaltet außerdem eine stärkere Federung. Die Fahrzeuge erhielten so u. a. mehrlagige Blattfedern, eine zweiflutige Auspuffanlage und bei Handschaltung eine stärkere Kupplung. Weiterhin wurde eine andere Motorhaube mit aufgesetzten, aber funktionslosen Lufteinlässen montiert. Optisch waren verschiedene Streifen möglich und die zusätzlichen „SS“-Embleme an den Kotflügeln, im Grill und auf dem Tankdeckel im Heckblech. Natürlich bekamen die Fahrzeuge die stärksten Motoren. Der 5,7-Liter-Motor (350 in3) des SS hatte 295 brutto SAE-HP (220 kW). Dieser Motor war ausschließlich mit der SS-Option lieferbar.

RS-Option

Das RS-Paket konnte zu allen Modellvarianten (Basis, SS, Z/28) bestellt werden. Fahrzeuge mit der RS-Option erhielten einen anderen Grill, bei dem die Scheinwerfern hinter Abdeckklappen verborgen sind, die den Frontgrill auf die gesamte Fahrzeugbreite dehnen. Diese Klappen sind mit Elektromotoren betrieben und werden beim Einschalten der Scheinwerfer beiseite geschwenkt. Die Blinklichter befinden sich unter der Stoßstange an den äußeren Enden der Front. Im Heck sind andere Rückleuchten verbaut. Die Rückfahrleuchten sind getrennt in die Heckschürze gebaut, wodurch die Rückleuchten komplett rot durchgefärbt sind.

Z/28

Im Dezember 1966 schuf Chevrolet einen der bekanntesten Optionen-Codes, den RPO Z28(siehe Anmerkung 2). Er wurde nicht stark beworben und war daher bei den Käufern nicht sonderlich bekannt. So wurden 1967 nur 609 Einheiten des später Z/28 genannten Modells verkauft. Das Paket umfasste unter anderem einen speziellen 4,9-Liter-V8-Motor. Der Mehrpreis der Option betrug USD 340, jedoch waren weitere Extras wie Scheibenbremsen vorn, Sportfederung und ein 4-Gang-Schaltgetriebe der Firma Muncie zwingend zu bestellen. Zusätzlich erhielt er eine zweiflutige 2-1/4“ Auspuffanlage. Er war nicht großartig mit anderen Optionen kombinierbar, allerdings war beispielsweise die RS-Option bestellbar, jedoch keine Klimaanlage. Den Z/28 gab es nur als Coupé. Mit diesem Auto sollte eine erfolgreiche Teilnahme an der „Club of America Trans Am“-Rennserie erreicht werden, zugelassen wurden jedoch nur frei verkäufliche Straßenfahrzeuge mit Motoren unter 5,0 Liter (305 in3), also kleiner als 5 Liter Hubraum. Die Leistung des Motors wurde mit 290 brutto SAE-HP (216 kW) angegeben. Der Motor wurde kreiert, indem die kurzhubige Kurbelwelle eines 283 in3-Motors in einen 327 in3Motorblock eingesetzt wurde. Zur Gemischaufbereitung wurde ein 800 cfm(siehe Anmerkung 3) Holley Vierfach-Vergaser eingesetzt. Der 4,9 Liter (302 in3) wurde nur in der ersten Generation verwendet.

Das 67er Z/28-Modelljahr ist äußerlich nicht sofort erkennbar, weil auf Embleme oder andere Zeichen verzichtet wurde.

Camaro 427

Camaros mit 427 Kubikzoll (7,0 Liter) Chevrolet V8 mit Big Block wurden Anfang 1967 von der technischen Abteilung von Chevrolet evaluiert, nur wenige Monate nachdem das neue Modell erstmals in den Ausstellungsräumen erschien. Ungefähr zu dieser Zeit wurde eine dieser Kreationen der Presse vom technischen Projektmanager von Chevrolet Walter R. Mackenzie vorgeführt. Dieser experimentelle Camaro mit 427-Antrieb übertraf die Leistung selbst der stärksten Serienversion des Autos. Mackenzies Maschine konnte die Viertelmeile in einer Zeit von 13,5 bis 13,9 Sekunden fahren. Der Wagen war eigentlich ein Pilotmodell für die Drag-Racing-Fahrzeuge, die Autotuner bald in verschiedenen Teilen des Landes bauen würden. Diese Autos wurden von einer kleinen Anzahl Chevrolet-Händler, die enge Verbindungen zum Drag Racing und zum Promotion Netzwerk der Chevrolet Motor Division hatten, als „halb-ab-Werk-gebaute“ Rennwagen montiert. Die Manager und Verkäufer solcher Händler wurden zu Hauptakteuren bei der Entwicklung, dem Verkauf und der Förderung des 427 Camaro, aus dem später der COPO-Camaro(siehe Anmerkung 4) und weitere hervorgehen sollten.

Preise

Der Einstiegspreis des Camaros lag knapp über dem des Ford Mustang, der mit 2368 US-Dollar startete. Der Listenpreis bezieht sich auf die jeweils kleinste Motorisierung ohne weitere Optionen. In der dritten Spalte die gerundeten Preise nach Bereinigung der Inflation (mit Stand 2021) und Umrechnung zum Wechselkurs von USD in EURO.

Typ oder OptionPreis 1967Preis 2021
Coupé R6USD 2.466EUR 16.000
Cabriolet R6USD 2.704EUR 17.600
Coupé V8USD 2.572EUR 16.700
Cabriolet V8USD 2.809EUR 18.300
Wichtigsten Optionen:
Z22 = Rally Sport PaketUSD 100EUR 700
Z27 = Super Sport Paket mit L48 5,7 LUSD 200EUR 1.300
Z28 = Special Performance Paket mit Z28 5,0 LUSD 340EUR 2.200

Anmerkungen

  1. TrimTag oder CowlTag ist eine, an der Karosserie (vorzugsweise im Motor- oder Kofferraum), angenietete Blechmarke (in neueren Zeiten auch ein Aufkleber), die einen Ausstattungscode des Fahrzeuges enthält. Darauf sind Modellabhängig z. B. Karosserieform, Motorisierung, Ausstattung, Farbe und Extras codiert.
  2. RPO steht für Regular Production Option, welches die Bestellcodes für die einzelnen Modellvarianten und aufpreispflichtige Extraausstattungen beschrieben. Auch Entfallpositionen konnten mit RPOs gewählt werden.
  3. cfm ist die Abkürzung für „cubic feet per minute“ (dt. Kubikfuß pro Minute) und bemisst den Volumenstrom. Eine vergleichbare SI-Einheit ist m3/h. Im Bezug auf Vergaser beschreibt diese Zahl den Gemischdurchsatz. Umrechnung 1 m3/h entspricht ca. 0,589 cfm; 1 cfm entspricht ca. 1,699 m³/h
  4. Die Central Office Purchase Order kurz COPO war für Bestellung von Flottenfahrzeugen wie z. B. für Behörden, Polizei oder Taxiunternehmen gedacht. Der Besteller konnte hier eine große Fahrzeuganzahl ordern, diese wiederum mit bestimmten Ausstattungsmerkmalen kombiniert waren, welche im normalen Bestellvorgang nicht wählbar waren. Beim COPO-System war die Kombination von stärkeren Federungen oder leistungsstärkeren Motoren oder besseren Bremssystemen möglich. Auch die Wahl von Sonder-Lackierungen für Polizeifahrzeuge und Taxis war möglich.
  5. Clone“ sind Fahrzeuge, welche einem bestimmten Model oder einer Ausstattungslinie nachempfunden werden. Bei Chevrolet werden sämtliche Ausführungen „SS“ = Super Sport, „RS“ = Rally Sport oder „Z/28“ kopiert. Bei Clonen werden äußere Karosseriedetails, wie Motorhauben, Scheinwerfer, Räder und Embleme, selbst das Armaturenbrett und die Sitze montiert. Das Ganze geht soweit, dass auch Motoren und Getriebe verpflanzt werden (nennt man „swapping“). Teilweise sind die „Fälschungen“ so gut gemacht, dass man die Fahrzeuge auf den ersten Blick nicht entlarvt. Erst die Fahrgestellnummer oder andere Details geben Aufschluss.