Elektrischer Kühlerventilator

Allgemeines

Häufiger wird von Hitzeproblemen beim Small Block Chevy berichtet. Dabei sind bei den alten Fahrzeugen die u. U. verkalkten Wasserkühler Schuld. Das Problem tritt dann natürlich bei hohen Lufttemperaturen und Stop-and-Go-Verkehr auf.

Bei meinem Camaro war das auch eine Ursache für einen kochenden Kühler. Allerdings bedauerlicherweise nicht nur. Nach dem ersten Kochen des Wasser und einem Verlust von gut 1,5 Liter habe ich den Kühler gewechselt. Leider kochte der Motor bei ähnlicher Gelegenheit (32 °C Außentemperatur + Stau) wieder.

Dieses Mal habe ich mir die Situation im Motorraum genauer angesehen. Es fehlt bei meinem Camaro das untere Drittel der Luftführung hinter dem Kühler. Also der Trichter zum Ventilator. Auch Luft sucht sich den Weg des geringsten Widerstandes. Daher hat der Ventilator die Luft nicht durch den Kühler geschaufelt, sondern diese von unter her gesaugt. Somit ist die Kühlwirkung im Stand deutlich reduziert, was dann zu der beschriebenen Überhitzung führt.

Auf nachfolgendem Foto habe ich den Motor mal geschwärzt. Man sieht die den Kühllufttrichter und die Flügel des Ventilator. Schaut man zwischen Kühler, Ventilator und Luftführung nach unten, sieht man die Straße und damit den Bereich des „Falschlufteintrages“.

Kühlerventilator
Kühllufttrichter mit Kühlerventilator

Lösung

Die Lösung könnte natürlich einerseits das Nachrüsten des fehlenden Teils sein oder andererseits die Montage eines Elektrolüfters direkt auf dem Kühler.

Ersteres bedingt leider den Kauf der kompletten Kühlluftführung, welche mit rund 130 USD zuzüglich Transport für ein großes sperriges Teil und Einfuhrgebühren zu Buche schlagen. Rechnen wir mal mit 250 EUR.

Die zweite Variante hätte auch den Vorteil, dass der Propeller auf der Wasserpumpe weggelassen werden könnte und somit der Motor noch von dem Widerstand entlastet wird. Kosten für Ventilator, Steuerung und Kleinkram rund 100 EUR.

Realisierung

Der Temperaturfühler kommt in eine vorhandene Gewindebohrung der Ansaugbrücke. Das Gewinde der Ansaugbrücke ist größer als vom Fühler, so dass ich eine Reduzierung dazwischen setzen muss. Leider steckt dadurch der Fühler nicht sehr tief im Gewinde. Anzumerken ist, dass es auch Anlegefühler bzw. Einsteckfühler gibt. Diese werden an den Wasserkühler geklemmt oder zwischen die Rippen geklemmt.

Die Verkabelung erfolgt auf ein Relais. Spannungsversorgung gibt es von der Batterie mit extra Absicherung.

Der Fühler schaltet bei ca. 85 °C den Ventilator ein und bei 80 °C wieder aus. Je nach Ansteuerung des Relais kann das auch bei ausgeschalteter Zündung sein. Zu beachten ist die Bauform des Fühlers und das Einschraubgewinde sowie die Höhe des eingeschraubten Fühlers. Dieser muss mit seinen Steckfahnen unter den Schlauchstutzen des Thermostatgehäuses passen.

Das Relais kommt mit samt der Absicherung an den Innenkotflügel nahe zur Batterie. Da ich einen fernschaltbaren Batterietrenner verbaut habe, lege ich die Versorgungsspannung direkt auf den Abgang des Schalters. Der Ventilator läuft somit bei heißem Motor auch ohne Zündung, jedoch nur solange der Hauptschalter EIN ist.

Für die Montage des Ventilators gibt es zum einen die Variante mit durchsteckbaren federbelasteten Kunststoffstreifen oder Metallstreben zum Kühlerrand. Die von mir gewählte Lösung beinhaltet die Kunststoffstreifen. So wird er direkt auf dem Kühler montiert.

Fraglich ist derzeit noch, ob ich auf den originalen Blechventilator der Wasserpumpe verzichten kann und die Leistung des Elektrolüfters ausreicht im Sommer ein Überhitzen zu verhindern. In einem ersten Test konnte das Ensemble überzeugen. Der Ventilator schaltete sich bei ca. 85-90 °C Wassertemperatur an und später wieder aus.

Bei meinen Fahrten erreicht das Kühlwasser Temperaturen von bis zu 100 °C aber auch nicht höher.