Die Cowl Tag

Alte Fahrzeuge haben neben der Fahrgestellnummer auch Blechmarken mit geprägten Angaben über Ausstattung und Farben. Heute findet man ähnliche Angaben auf Aufklebern z. B. im Kofferraum. Die Blechmarke bei den Amerikanern ist an der Spritzwand im Motorraum zum Fahrgastraum, welches im Englischen „Cowl“ genannt wird. „Tags“ sind Werte bzw. Angaben, daher „Cowl Tag“ oder auch „Trim Tag“. „Trim“ bedeutet Schnitt/Zuschnitt und steht in diesem Zusammenhang für Ausstattung.

Cowl Tag

Die Cowl Tag des Camaro gibt folgende Informationen preis:

  • Body by Fisher = Karosserie montiert bei der Firma Fisher Body Co., einer GM Tochter
  • ST 69 = Modeljahr 1969
  • 12437 = wobei 1 = Marke Chevrolet, 2 = Modelreihe Camaro, 4 = V8, 3 = Coupé, 7 = 2-Türer bedeutet
  • NOR = Herstellungswerk Norwood (Ohio)
  • 278209 BDY = Karosserienummer, nicht Fahrgestellnummer
  • TR 718 = Interieur „Rot Standard“ (jetzt ist alles Schwarz)
  • 52 E PNT = 52 – Farbe „Garnet Red“ = Granatrot und E – „Parchment“ = weißes Vinyldach (jetzt Schwarz)
  • 02D = Montage im Februar, 4. Woche des Monats
  • X11 = Z21 Style Trim Group (Basis, kein SS 396 oder Z/28), damit hat er ab Werk diverse Chromzierleisten

Ein von der Camaro Research Group (kurz CRG) programmierter VIN-Dekoder, der unter Windows läuft, klärt viele Fragen zu dem Thema auf. Die Datei ist gezipt und ohne Installation lauffähig.

Den mir bekannten Ausstattungsumfang habe ich mal in die Preislist von 1969 eingesetzt. Zusammengefasst könnte der Wagen mal rund USD 3400 gekostet haben. Basispreis ohne Extras waren USD 2727. Hier sei angemerkt, dass der US-Bürger 1969 ein Jahreseinkommen von rund USD 5000 hatte. Der Wagen war also auch nicht so billig.