COPO Camaro

Allgemeines

Im Zusammenhang mit dem Camaro fällt immer wieder der Begriff COPO Camaro. Der COPO Camaro ist ein spezielles Fahrzeug mit geringem Produktionsvolumen, das ursprünglich geschaffen wurde, um durch ein Schlupfloch Beschränkungen zu umgehen, welche GM den leistungsstarken Fahrzeugen von Chevrolet auferlegte. Das Ergebnis war eine leistungsstarke, straßenzugelassene Maschine, die die Erwartungen übertraf.

Warum gab es das

Das 1969 zunächst als ZL-1 COPO Camaro auf den Markt gebrachte Fahrzeug entstand unter Nutzung des Sonderbestellsystems von Chevy. Dies ermöglichte den Händlern in den sechziger Jahren Fahrzeuge zu bestellen, die so nicht erhältlich waren.

Anstatt eine Bestellung für Camaros über das Blatt „Regular Production Option“ (RPO) aufzugeben, das von den Händlern für Sonderausstattungen und Optionen verwendet wird, begann ein Händler, Camaros über die Central Office Purchase Order (daher der Name COPO) zu bestellen.

Was war es

Das COPO System war für Bestellung von Flottenfahrzeugen wie z. B. für Behörden, Polizei oder Taxiunternehmen gedacht. Der Besteller konnte hier eine große Fahrzeuganzahl ordern, wobei immer in 100 Stück bestellt werden mussten. Diese Fahrzeuge waren wiederum mit bestimmten Ausstattungsmerkmalen kombiniert, welche im normalen Bestellvorgang nicht wählbar waren.

Beim COPO System war die Kombination von stärkeren Federungen oder leistungsstärkeren Motoren oder besseren Bremssystemen mit Fahrzeugen möglich. Auch die Wahl von Sonder-Lackierfarben wie für Polizei und Taxi war möglich. Es konnten leistungsfähigere Kühlungen oder Klimatisierungen, zusätzliche elektrische Einrichtungen und Radiotechnik gewählt werden. Bedingung war jedoch, dass die Komponenten auch in diesem Werk in anderen Modellen verwendet wurden und ohne weitere Anpassungen in das gewünschte Modell passten.

Das Central Office Purchase Order kurz COPO war das zentrale Verkaufsbüro von ChevroletChevrolet hatte für die Bestellung von Fahrzeugen zwei Systeme. Zum einen das normale Bestellsystem, engl. Regular Production Order kurz RPO nach dem sämtliche Bestellkurzzeichen benannt sind. Wie auch die bekannten RPOs:

  • Z21 = Style Trim,
  • Z22 = Rallye Sport Package (kurz RS),
  • Z27 = Super Sport Package (kurz SS) und
  • Z28 = Special Performance Package

Daneben gab es z. B. auch A01 für elektrische Fenster und C60 für die Klimaanlage oder B80 für Front- und Heckspoiler.

Die im COPO gefundenen Optionen waren in den Preislisten (RPO) der Händler nicht bestellbar. Einige Händler entwickelten eine Methode, um die gewünschten Optionen für den Camaro zu erhalten: Sie verwendeten bestimmte Bestellcodes, um Autos mit besonderen Merkmalen zu bekommen.

General Motors schrieb in dieser Zeit vor, dass der Motor in Fahrzeugen von Chevrolet die Grenze von 400 Kubikzoll nicht überschreiten durfte. Dies sollte die einzelnen Baureihen und Hersteller voneinander abgrenzen und man wollte verhindern, dass den eigenen Premiummarken wie Cadillac oder Buick Konkurrenz gemacht werden konnte.

Wer waren die Händler

1969 suchten einige Autohändler, insbesondere Yenko Chevrolet, nach einem leistungsstärkeren Fahrzeug; Fred Gibb Chevrolet suchte nach einer ebenso potenten Option für den Rennsport. Beide fanden einen Weg, die Grenzen zu erweitern. Auch die die Baldwin Motor Performance Group nutzte dieses System.

Don Yenko von Yenko Chevrolet besaß ein Autohaus in Canonsburg, Pennsylvania, und bestellte 201 Camaros, wie er sie sich vorstellte: mit leistungsstärkeren Motoren. Chevrolet lieferte die Autos mit dem Motor in einer Holzkiste, komplettiert wurden sie erst von den Händlern. Aber 1969 begann er mit dem COPO 9561-Programm und veranlasste andere Händler, die das spezielle Bestellsystem übernommen hatten, das COPO 9560-Programm zu starten.

COPO Camaro

Der COPO Camaro wurde in begrenzter Stückzahl unter Verwendung der speziellen Central Office Production Orders 9561 und 9560 hergestellt.

Der COPO 9561 war ein einfaches Camaro-Sportcoupé, das vom Händler mit einem 427 Kubikzoll-Gussblock mit 425 Pferdestärken umgebaut wurde. 1.015 COPO 9561 wurden von GM hergestellt und an Händler geliefert, darunter 201 an Yenko Chevrolet.

Die von Gibb Chevrolet bestellten COPO 9560er wurden über das spezielle Bestellsystem beschafft, das für den Bau der Hochleistungsmodelle erforderlich ist. Im Jahr 1969 wurden 69 Einheiten des Rennwagens gebaut. Der COPO Camaro wurde mit einem exotischen Aluminium-Block 427-Motor mit 425 Pferdestärken gebaut, der als ZL-1 bekannt ist.

Abgesehen von den 201 Yenko-Aufträgen und 69 Rennwagen, die veröffentlicht wurden, produzierte Chevrolet bis 2011 keine weiteren COPOCamaros.

Was ist aus ihnen geworden

Es sind fast alle COPOs erhalten geblieben. Viele wurden leider zu Drag Racern umgebaut, andere sehr gut restauriert. Zwei Originale wurden im Januar 2018 als Paar, mit Nr. 18 und Nr. 30 für zusammen 1,2 Mio. US Dollar bei einer Mecum-Auktion versteigert. Die COPOs sind recht unscheinbar. Keine Alufelgen oder große Spoiler. Einzig die in Wagenfarbe lackierten Felgen unterscheiden sie optisch von anderen.

Wer macht es heute

Heute wird diese Aufgabe vom Special Equipment Option System, kurz SEO erfüllt, die z. B. Camaros für die Highway Polizei liefert.