Veröffentlicht am 27. Dezember 2022
Aktualisiert am 6. April 2026
Allgemein
Im Motorraum sitzen diverse Kunststoff-, Gummi-, Komposit- oder vielleicht auch „historisch gewachsene Papp“-Teile – keine Ahnung woraus die bestehen. Ihre Aufgabe ist jedoch klar: Sie sollen verhindern, dass alles, was die Reifen unterwegs einsammeln, direkt als Gratis-Zugabe im Motorraum landet. Diese sitzen über den oberen Querlenkern und unterhalb der Radhausschalen und schließen genau die Lücken, durch die sich Wasser, Dreck und sonstiger Straßenschmutz bevorzugt seinen Weg sucht. Kurz gesagt: Sie machen einen Job, den man erst bemerkt, wenn sie ihn nicht mehr tun.
Und genau das passiert früher oder später. Über die Jahre härten die Teile aus, werden spröde, reißen – und verabschieden sich dann meist still und leise. Spätestens nach ein paar Jahrzehnten sind sie oft einfach verschwunden.
Bei Restaurationen, insbesondere wenn der Motorraum neu lackiert wird, fallen diese Teile gern der „Aufräumaktion“ zum Opfer. Entfernt sind sie schnell – wieder montiert werden sie erstaunlich selten. Wahrscheinlich, weil sie optisch nicht viel hermachen. Funktional sind sie allerdings deutlich wichtiger, als ihr unscheinbares Erscheinungsbild vermuten lässt.



Lösung
Im Zubehör gibt es nachgeschnittene Sätze (siehe nebenstehendes Foto) mit den benötigten Einzelteilen aus Gummi. Wenn die Vorderräder ab sind, kommt man vom Radhaus ganz gut an die Flächen.
Auf dem ersten Bild im Kapitel Allgemein ist zu erkennen, dass die Teile geklammert sind. Als Hobbyschrauber hat man keinen „Tacker“, der durch das Blech geht.
Wir haben die Klammern abgetrennt und die Lappen entfernt. Der neue Satz wird mit Blindnieten befestigt, das sollte einfach sein und gut halten.

Nun kommen wir zu einem Problem, welches sich bei meinem Camaro zeigt. Die originalen gestanzten Querlenker habe ich gegen stabilere Rohr-Querlenker gewechselt. Da die Rohrteile einen viel kleineren Querschnitt/Flächen haben, bleiben bei den originalen Lappen große offene Flächen.
Aus diesem Grund habe ich 2 mm dicke NBR-Gummiplatten bestellt, die ich unter Nutzung der OER-Lappen als Grundschablone zuschneiden werde. Es muss NBR sein, weil dieses Gummimaterial ölbeständig ist.
Ergänzung: Dünnere Platten mit vielleicht 1,0 oder 1,5 mm würde vielleicht auch reichen. Die müssten sich besser anpassen und anschmiegen, allerdings besteht die Gefahr, dass die zu leicht sind und anfangen zu flattern.


Durchführung
Bei wem die Nachbaulappen auf Grund der originalen Querlenker passen, kann sich natürlich den Zuschnitt für neue sparen und nutzt nur die Beschreibung der Montage.
Als Erstes nehmen wir die OER-Lappen als Schablone und scheiden die äußere Form aus den Gummiplatten aus. Um im Radhaus die Details anpassen zu können, nutzen wir einen Müllsack. Dieser lässt sich leichter handhaben als das starre Gummi.
Während der Anpassung werden Magnete als Haltehilfe verwendet.


An notwendigen Einschnitten ins Gummi sollte das Ende des Einschnitts mit einer Lochzange abgeschlossen werden. So wird verhindert, dass der Schnitt bei Belastung aufreißt und weiter durch das Gummi getrieben wird.
Die restlichen Streifen aus dem Set passen am Fahrzeug und werden direkt verwendet.
Der Gummi-Lappen wird mit Magneten geheftet und die Befestigungslöcher markiert. Diese werden mit der Lochzange gestanzt und der Lappen abermals im Radkasten mit den Magneten fixiert.
Dann werden mit einem kleinen Bohrer die Löcher auf dem Blech markiert, die Lappen wieder abgenommen und das Blech durchbohrt. Es wird noch entgratet und das blanke Blech mit Lackfarbe vor Rost geschützt.


Die Lappen werden jetzt mit 3,4 mm Blindnieten angenietet. Auf der Gummiseite nehmen wir zusätzlich noch Karosseriescheiben zur Vergrößerung der Auflagefläche um ein Ausreißen zu verhindern.


Nach einer Testphase schaue ich, wo noch was schleift oder drückt und schneide ggf. die Gummilappen noch mal nach.
