Über mich

Mein Weg zum Camaro

Veröffentlicht am 15. September 2019
Aktualisiert am 7. Januar 2024

Wer bin ich

Mein Name ist Marko, ich bin etwas mehr als ein halbes Jahrhundert alt und brenne für alles rund um Fahrzeuge. Besonders faszinieren mich US-Cars der späten 50er, 60er und frühen 70er Jahre.

Magdeburg ist meine Heimatstadt, hier bin ich aufgewachsen und lebe noch nach wie vor hier. Nach meiner Schulzeit habe ich den respektablen Beruf des Elektriker erlernt und später studiert.

Neben den sogenannten Daily Drivern besaß ich als Hobby bereits einen 2004 Jeep Wrangler Rubicon TJ, mit dem Offroadparks in der Mitte Deutschlands erkundet habe.

Mein Herz schlägt jedoch besonders für den 1969 Chevrolet Camaro, der auf diesen Seiten im Mittelpunkt steht.

Mein Wissen basiert auf zahlreichen gelesenen Artikeln zu US-Cars im deutsch- und englischsprachigen Internet, Foren, Beobachtungen bei Besuchen von US-Car- und Oldtimer-Treffen sowie dem „Studium“ einiger Bücher und Abhandlungen zum Thema.

Wie kam ich zum Camaro

Die Geschichte begann 2010 nach meinen 40. Geburtstag: Der Wunsch, einen Kindheitstraum zu erfüllen – einige nennen es „Midlife Crisis“.

Mein Traum war schon immer eine „Ami“ mit V8.

So schaue ich mich nach einem Oldtimer um. Wegen der für mich unklaren Situation zu Unterhalt, Teilebeschaffung und Reparaturen siegt die Vernunft. Selbst die Überlegung, einen neuen Chevrolet Camaro von 2010 zu kaufen, wird bald verworfen.

Ein Audi A6 wird in die Familie aufgenommen. Da meine Macke mich aber nicht los lässt, kaufe ich 2013 einen Jeep Wrangler Rubicon TJ von 2004. Mit dem habe ich eine Menge Spaß im Gelände und stets ein Grinsen im Gesicht. Aufgrund der leider wiederkehrenden Fahrwerksreparaturen nach Geländefahrten, trenne ich mich 2015 frustriert von meinem Jeep (selbstgemachtes Leid).

Ein hoher Jeep und ein schneller Audi werden kombiniert zu unserem bisher besten Auto: einem VW Touareg V8 TDI, der auch Ende 2023 noch zur Familie gehört.

Getrieben von der Überzeugung das Leben zu leben, beschließe ich 2017 endgültig, mir einen Oldtimer zuzuzulegen

Die Suche

Es beginnt mit der Frage nach dem richtigen Model. Zur Wahl stehen die typischen Pony- oder Muscle-Cars mit einem Baujahr von Ende der 60er bis Anfang der 70er. Also Autos, die so alt sind wie ich.

Meine Kandidaten sind in der Reihenfolge meines Interesses:

Im Rahmen der „Findung“ sehe ich mir alle oben aufgeführten Modelle am „lebenden“ Objekt bei Händlern, auf der Straße oder bei Oldtimertreffen an. Bei Händlern oder privaten Verkäufern kommt es am Ende nie zu ernsten Verhandlungen, weil entweder der Preis von vorn herein zu hoch ist oder das Fahrzeug vom Zustand her nicht in Frage kommt. Oder das Original doch nicht das hermacht, was ich mir von Fotos verspreche. Oder der Wagen zwischenzeitlich verkauft wird (ist mir viermal passiert). Entscheidend ist dann auch die Verfügbarkeit der Fahrzeuge in Deutschland oder die Ersatzteilversorgung.

Die Angebote

Ich lese mich durch Mobile.de, diverse Händlerseiten und andere Plattformen in Deutschland und den USA. Interessante Inserate werden genauer unter die Lupe genommen. Mein Augenmerk lege ich dabei auf Fahrzeuge, die nicht weiter als 300 km entfernt angeboten werden.

Ich führe einige Telefonate mit Verkäufern und Händlern, schreibe WhatsApps, E-Mails und lasse mir zusätzliche Fotos schicken. In Summe habe ich nur positive Erfahrungen gemacht.

Der Treffer

Den Wunschcamaro finde ich bei der Classic Car Ranch nördlich von Minden im Mai 2017. (Hier waren wir bereits im Dezember 2016 zur Besichtigung einer Chevelle.) Der Wagen kam erst im April 2017 bei der CCR an und wurde über einen Zwischenhändler in die EU eingeführt. Der Importeur war American Collectables in Tiel/Holland.

Auf der Webseite sind in Summe gut 80 Bilder zu sehen, die Qualität ist nicht berauschend, aber ausreichend um einen grundsätzlichen Eindruck zu gewinnen. Angeboten wird ein Chevrolet Camaro Z/28 von 1969.

Im Angebot ist zu lesen, dass der Wagen mit einem neuen Motor ausgestattet wird. Und noch einige „Performanceteile“ bekommt. Beim Telefonat mit dem Händler, Michael Rafflenbeul, erhalte ich weitere Informationen. Der Wagen bekommt neben dem neuen Motor auch noch Scheibenbremsen vorn (bisher Trommel) mit Bremskraftverstärker und diverse kleinere und größere Upgrades.

Das Angebot ist widersprüchlich. Der Wagen besitzt einen 307er Motor (5,0 Liter) mit 200 Serien-PS, hat ein Automatikgetriebe und vorn Trommelbremsen.

Der Z/28 wurde von Chevrolet jedoch ausschließlich mit einem 290 PS starken 302 in3 Motor (4,9 Liter), 4-Gang-Schaltgetriebe und Scheibenbremsen vorn ausgeliefert. Auf Nachfrage schickt mir Michael ein Foto der „Cowl Tag“.

X11 = definitiv kein Z/28, also ein „Clone“

Die Besichtigung

Im Sommer fahren wir zur Classic Car Ranch und besichtigen das Auto. Eine Probefahrt ist leider zur diesem Zeitpunkt wegen schlechten Wetters nicht möglich. Es ist aber möglich, ausgiebig Fragen zu stellen und sich alles anzusehen. Kleinere Arbeiten sind an dem Wagen zu machen. Hauptsächlich ist es Kosmetik und Innenraummechanik (Fenster), technisch ist der Wagen sehr gut in Schuss. Er ist 2012 in den USA restauriert worden, der Amerikaner soll 10.000 US-Dollar investiert haben. Für eine amerikanische Lackierung ist die okay. Die schwarzen Streifen sind auch lackiert. Ist zwar haltbar, aber wegen der Kleberänder auch unsauber.

Ich umkreise die Karosserie mit einem leichten Magnet und finde nur an der Vorderkante der hinteren Radläufe Stellen, an denen der Magnet nicht haftet. An keiner anderen Stelle scheint extrem gespachtelt zu sein.

Die Probefahrt und Kauf

Der Termin für eine Probefahrt steht, es wird der 2. September 2017. Der Wagen wird von der CCR bis dahin für uns reserviert und zum Fahren vorbereitet. Im Vorfeld erstelle ich eine Liste mit Punkten aus der ersten Besichtigung, die besprochen werden müssen. Wir fahren hin, das Wetter spielt auch mit. Der Wagen ist vorbereitet und hat schon die neuen Bremsen und den Bremskraftverstärker. Die Servopumpe ist angeschlossen und die Leitungen sind dicht.

Wir machen eine kleine Probefahrt. Erst nur Michael, dann wechseln wir. Der Camaro sieht nicht so toll aus und fährt sich auch bescheiden. Die Bremsen sind nicht ordentlich eingestellt, die Lenkung auch nicht und die Vorderräder weich. Der Motor ist erbärmlich. Es ist eher ein Eiern, statt gezieltem Fahren.

Mich überzeugt das nicht, darum machen wir zum Vergleich eine Probefahrt mit einem 1969 Pontiac Firebird, welcher bereits überholt wurde. Der Wagen fährt sich deutlich besser und erinnert an ein modernes Auto. Michael verspricht, dass sich der Camaro nach Abschluss der Arbeiten besser fahren wird, als der Firebird. Wir einigen uns mit Michael auf einen All-Inclusive-Preis für den Wagen und unterschreiben die „Bestellung“.

Am 28. Oktober 2017 wird Cooper abgeholt.