Vergaserspacer einsetzen

Grundlagen, Auswahl, Varianten, Beschreibung, Anleitung der Arbeitsschritte zur Montage

Veröffentlicht am 10. August 2019
Aktualisiert am 5. April 2026

Fähigkeiten:

Bewertung: 1 von 5.

Aufwand:

Bewertung: 1 von 5.

Dauer:

Bewertung: 1 von 5.

Allgemeines

Wenn der warme Motor nach kurzer Pause plötzlich so tut, als hätte er noch nie von Zündung gehört und man den Anlasser gefühlt per Handkurbel ersetzen könnte, lohnt sich ein Blick auf das Thema Vergaserspacer.

Die Ursache ist meist weniger dramatisch, als es sich anhört: Hitze. Ein Benzinfilter, der gemütlich auf der Ansaugbrücke brutzelt, ungünstig verlegte Leitungen oder ein direkt aufgesetzter Vergaser sorgen dafür, dass sich das Benzin denkt: „Ich bin dann mal weg“ – und zwar in Dampf – Stichwort „Vapor Lock light“. Ergebnis: Statt eines zündfähigen Gemischs gibt es eher aromatisierte Luft. Erst nach energischem Pumpen am Gaspedal kommt wieder genug Sprit nach, damit der Motor sich zur Mitarbeit überreden lässt.

Ein Vergaserspacer wirkt hier wie ein kleiner Hitzeschutzschild mit Nebenwirkungen im positiven Sinne. Er schafft Abstand zwischen Vergaser und heißer Ansaugbrücke und reduziert so die thermische Belastung. Der Vergaser bekommt wieder so etwas wie ein angenehmes Arbeitsklima – zumindest im Vergleich zu vorher.

Nebenbei verbessert sich auch die Gemischaufbereitung. Normalerweise verlässt das Luft-Kraftstoff-Gemisch den Vergaser als feiner Nebel. Muss es aber sofort scharfe Richtungswechsel hinlegen, trennt sich der Kraftstoff gerne wieder von der Luft und bildet größere Tropfen. Das ist ungefähr so hilfreich wie Regen im Ansaugtrakt.

Mit einem Spacer bekommt das Gemisch etwas mehr „Anlaufstrecke“, kann sich sauberer verteilen und schlägt nicht direkt wie ein nasser Lappen am Plenumboden auf. Das Ergebnis: bessere Verteilung, stabileres Gemisch und im Idealfall ein Motor, der sich nicht nur starten lässt, sondern auch besser läuft.

Ganz nebenbei spielt man noch ein wenig an der Akustik des Ansaugtrakts – also an Volumen und Resonanz. Ähnlich wie bei Auspuffkrümmern kann das spürbare Auswirkungen auf Drehmoment und Leistung haben. Man schraubt also nicht nur ein Stück Kunststoff oder Aluminium ein, sondern verändert das Verhalten des Motors durchaus messbar.

Ob man dabei zu einem Single-Plane- oder Dual-Plane-Spacer greift, hängt vom Setup und vom Ziel ab. Der eine hilft eher untenrum beim Drehmoment, der andere fühlt sich bei höheren Drehzahlen wohler.

Unterm Strich ist der Spacer kein Zaubertrick, aber ein erstaunlich wirksames Bauteil. Und im besten Fall sorgt er dafür, dass der Camaro nach einer kurzen Pause wieder anspringt, ohne dass man sich dabei vorkommt wie beim Starten eines alten Lanz Bulldogs.

Lösung

Die Lösung kann ein Verbundstoffspacer (Abstandhalter) zwischen Ansaugbrücke und Vergaser sein.

Quadratlochspacer
Single-Plane-Spacer

Ich verbaue den Dual-Plane-Vergaserspacer #8725 von Edelbrock. Der rückt den Vergaser um gut 12 mm nach oben und isoliert. Somit ist der Vergaser besser vor der Wärme vom Motor geschützt. Durch diese zusätzliche Distanz gewinnt auch der Benzinfilter an Abstand und liegt nicht mehr auf der Ansaugbrücke.

Seit einiger Zeit gibt es von Edelbrock direkt auch Gummi-„Spacer“ als Hitzeisolatoren, z. B. #9266.

Der Spacer und die Ansaugbrücke sollten zu einander passen. Der verbaute Vergaser ist ein Doppel-Registervergaser. Das bedeutet, dass er aus zwei Primärvergaserstufen und zwei Sekundärvergaserstufen besteht. Je eine Primär- und Sekundärstufe versorgen vier Zylinder. Die Ansaugbrücke ist ebenfalls zweigeteilt. Auf Grund der Zündreihenfolge ist ein gleichbleibender Sog in der Ansaugbrücke für jeweils vier Zylinder und somit eine gleichbleibende Gemischversorgung gesichert.

Durchführung

Die Montage ist sehr einfach und geht schnell. Es müssen lediglich die vier Haltemuttern des Vergasers abgeschraubt werden. Der Vergaser wird dann hochgehoben.

Da die originalen Befestigungsbolzen zu kurz sind, werden im Spacerkit auch entsprechend längere mitgeliefert. Die alten werden einfach herausgedreht und gewechselt. Dichtung, Spacer, Dichtung werden dann darüber gefädelt und zum Schluss der Vergaser wieder aufgesetzt. Die Muttern werden mit max. 10 Nm angezogen.