Feuerlöschschlauch installieren

Grundlagen, Auswahl und Varianten, Beschreibung und Anleitung zur Montage

Veröffentlicht am 13. Dezember 2020
Aktualisiert am 5. April 2026

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Allgemeines

Im Internet stolpert man immer wieder über Fotos und Videos von brennenden Oldtimern – meist begleitet von Kommentaren wie „ging ganz schnell“ und „war plötzlich alles weg“. Genau aus diesem Grund habe ich mir vor einiger Zeit einen Feuerlöscher gegönnt und ihn griffbereit vor den Sitzschienen des Fahrersitzes montiert. Nicht besonders dekorativ, aber beruhigend.

Die folgenden Videos zeigen dann auch sehr eindrucksvoll, wie wenig Zeit zwischen „alles normal“ und „Totalschaden“ liegt. Und sie zeigen noch etwas: Ein kleiner Feuerlöscher ist nur dann hilfreich, wenn er früh zum Einsatz kommt. Wartet man zu lange, wird aus dem Löschversuch schnell eine symbolische Handlung mit begrenztem Effekt.

Die Ursachen für solche Brände sind selten spektakulär – eher das Gegenteil. Eine durchgescheuerte Leitung im Innen- oder Motorraum reicht völlig aus, um einen Kabelbrand zu starten. Dazu kommen schlecht ausgeführte Klemmverbindungen, die unter Last gemütlich vor sich hin glühen. Und dann hätten wir noch die Klassiker der Vergaserära: überschüssiger Kraftstoff, leicht ölgetränkte Luftfilter, poröse Benzinschläuche oder Dämmmatten, die schon bessere Tage gesehen haben. Alles Zutaten für ein sehr unerwünschtes „Heißgetränk“ im Motorraum.

Wenn der Entstehungsbrand nicht sofort erstickt wird, nimmt die Sache schnell Fahrt auf – und zwar deutlich schneller als einem lieb ist. Was eben noch ein überschaubares Problem war, wird innerhalb kürzester Zeit zum Totalschaden. Die Fahrzeuge aus den bekannten Videos liefern dafür leider sehr anschauliches Anschauungsmaterial.

Am Ende bleibt meist nicht viel übrig: Karosserieteile und Rahmen werden durch die Hitze regelrecht ausgeglüht, Aluminium verabschiedet sich in den flüssigen Aggregatzustand und Kunststoff existiert ohnehin nur noch in der Erinnerung. Das verbleibende Eisen verliert seine Festigkeit – auch wenn es offenbar Enthusiasten gibt, die selbst daraus noch eine „solide Restaurationsbasis“ erkennen.

Lösung

Eine annehmbare Lösung ist der Einsatz eines Feuerlöschschlauches. Dabei handelt es sich um einen Kunststoffschlauch, der mit einem Löschgas gefüllt ist. Bei hoher Hitze brennt ein Loch in den Schlauch und lässt das Gas entströmen. Dieses verteilt sich im Motor- oder Innenraum und erstickt das Entstehungsfeuer direkt nach der Entzündung. Einbauorte sind für mich die Unterseite der Motorhaube und unter dem Armaturenbrett. Im Internet sind entsprechende Beiträge in Käfer- und Bulli- sowie Porsche-Foren zu lesen.

Selbstverständlich gibt es dafür auch ein Youtube-Video.

Es gibt derzeit zwei Produkte auf dem Markt. Die Preise schwanken je nach Typ und Länge des Schlauches.

  • PROTENG als Produkt aus den USA
  • BLAZECUT als slowakisches Produkt

Für beide Varianten gibt es verschiedene Anbieter in Deutschland und Europa.

Ich habe mich für einen 2 Meter Schlauch von Proteng entschieden. Kleine und leichte Aktion am Vormittag. Ein Schlauch wird an der Unterseite der Motorhaube mit Kabelbindern befestigt. Da die Haube nicht mehr Original ist, fehlt bei mir die Dämmmatte. Zu berücksichtigen ist, dass der Schlauch ein gewisses Zusatzgewicht an die Motorhaube bringt.

Achtung: Bei leicht ausgeleierten Federn kann sich bei Bewegungen die Motorhaube senken und ggf. sogar zufallen!

Der zweite Schlauch ist genauso schnell unter das Armaturenbrett gefädelt.

Ich hoffe, dass die Schläuche nie ihre Aufgabe erfüllen müssen.

Ein brennender Camaro sieht leider so aus: