Instrumententafel tauschen

Arbeitsschritte, Hinweise und Tipps zum Wechsel

Veröffentlicht am 18. Februar 2023
Aktualisiert am 6. April 2026

Fähigkeiten:

Bewertung: 3 von 5.

Aufwand:

Bewertung: 3 von 5.

Dauer:

Bewertung: 5 von 5.

Allgemeines

Ist die Instrumententafel nicht mehr ganz auf der Höhe der Zeit? Schrauben ausgerissen, irgendwo zersägt, schön überlackiert und eine Patina, die eher nach Baustelle als nach Klassiker aussieht? Dann ist der Gedanke an Ersatz durchaus nachvollziehbar.

In solchen Fällen greift man gern zur großen Lösung und bestellt das komplette Teil als Reproduktion von OER. Allerdings kommt mit den stattlichen Abmessungen der Verpackung auch die Realität des Versands: Sperrgutzuschlag. In Summe landet man so schnell bei rund 360 EUR (Stand 2018) – allein für die Lieferung.

Wer jetzt denkt, auspacken, einbauen, fertig, wird allerdings sanft auf den Boden der Tatsachen zurückgeholt. Die Nachbauten tragen zwar Begriffe wie „zertifiziert“ und „Reproduktion“, aber eine perfekte Passgenauigkeit gehört leider nicht dazu. An der einen oder anderen Stelle ist Nacharbeit angesagt – mal mehr, mal weniger.

Positiv: Farbe, Struktur und die allgemeine Optik sind durchaus brauchbar. Mit etwas Anpassungsarbeit wird aus dem Teil am Ende das, was man sich ursprünglich erhofft hat – nur eben nicht ganz ohne eigenen Einsatz.

Außer der neuen Tafel wird in der Regel nichts an Teilen weiter benötigt, es ist alles Set enthalten. Wenn die Lüftungsdüse auch gewechselt werden soll, wäre die auch noch zu beschaffen und in dem Zuge statt der alten einzubauen.

Durchführung

Ausbau der alten Instrumententafel

(Ich beschreibe hier meinen Ablauf, gegebenenfalls haben andere andere Wege, vielleicht auch bessere.)

Als erstes muss das Lenkrad ab. Damit haben wir Bewegungsraum. Vorsicht mit dem Blinkerhebel das Teil ist nur mit einer kleinen Schraube im Kunststoff vom Blinkerschalter befestigt und, ich denke, das kann leicht abbrechen.

Dann das Radio raus. Je nachdem, was bei euch verbaut ist, ist die Abfolge unterschiedlich. Daher spare ich mir das. Da muss jeder selbst sehen, wie es am besten geht.

Jetzt kommt das Handschuhfach heraus. Das bedeutet: Deckel ab, Innenteil lösen und nach hinten unten herausfädeln.

Das Dashpad wird abgebaut. Vier Schrauben sind in der Instrumententafel selbst (im folgenden Bild mit rotem Punkt), die müssen raus, zwei sind in den Seiten. Die Vorderkante zum Innenraum ist allerdings mit vier Gewindebolzen und Muttern, irgendeine Größe um M3, von hinten im Armaturenbrett verschraubt (im Bild mit blauem Punkt). Die Gewindebolzen sind 20 bis 30 mm lang. Es wird ein Steckschlüssel, Zange oder zur Not ein Maulschlüssel benötigt. Die müssen alle raus. Das zu lösen dauert leider etwas länger und ist fummelig.

Oben auf dem Armaturenbrett ist das Dashpad mit sechs Klammern befestigt (im Bild mit grünem Punkt). Die sind durch das Blech gefädelt und klemmen sich von unten fest. Dann sollte man es abheben können. Bei mir waren die Klammern nicht befestigt und sind alle erstmal weggeflogen. Vor dem Wiedereinbau habe ich die mit ganz kurzen 6er Karosserieschrauben in der Aufnahme vom Dashpad fixiert.

Demontage vom Dashpad

Auch ausgebaut werden die Rahmen vom Tacho und Tank bzw. Drehzahlmesser. Das sind oben und unten je zwei Schrauben pro Anzeige. Damit sind auch die Leisten der Kontrollleuchten zugänglich und können gelöst werden, die sind nur eingeclippt.

Ist das soweit geschafft, werden die neun Schrauben der Instrumententafel selbst gelöst. Diese sind alle in Blechmuttern verschraubt. Versucht die Muttern „zu fangen“, manche fallen einfach herunter. Auch müssen die beiden Schrauben der unteren Lenksäulenverkleidung gelöst werden. Wichtig sind zwei Sechskant-Muttern, welche von unten oder durch das Handschuhfach erreicht werden. Im linken Bild sind die ganz links.

Vergesst nicht das Massekabel vom Scheinwerfer- und Wischerschalter. Das ist eine kleine Schraube von unten im Metallrahmen. Die Schalter selbst verbleiben erstmal in der Tafel.

Ist die Tafel etwas gelöst, lassen sich die Lampenfassungen herausnehmen und sämtliche Steckverbinder an der Rückseite lösen; im obigen Bild rot markiert. Der Heizungsregler ist mit drei Schrauben befestigt. Damit die Bowdenzüge nicht unnötig gebogen werden, hab ich das Teil an einem Draht aufgehängt. Wenn die Tachowelle ab ist, kann man die Tafel nach vorn herausnehmen.

Dann sieht es aus wie auf den folgenden Fotos.

Vorbereiten der neuen Tafel

Lüftungsdüse, Scheinwerfer- und Wischerschalter sowie kleineres Zubehör müssen aus der alten Tafel aus- und in die neue Tafel eingebaut werden.

Stück für Stück werden alle Teile von der alten Tafel entfernt und an der neuen montiert. Das Logo der „Astro Ventilation“, wenn keine Klima verbaut ist und die „Furnierholz“-Platte der Schalter sind die ersten Teile.

Lichtschalter und Wischerschalter kommen als zweites an die Reihe. Unter den Schacht der Lüftungsdüse muss etwas Moosgummi. Auch musste ich die Länge der Kunststoffbuchsen mit Scheiben anpassen, da die Düse sich sonst nicht mehr gedreht hätte. Am äußeren Ende des Schachtes muss ebenfalls Moosgummi gewickelt werden. Das muss man im Armaturenbrett anpassen. Der Schacht „taucht“ in den Frischluftkanal. Wenn das undicht ist, zischt auch Luft um den Schacht herum weg und kommt nicht in der Düse an. Den alten Moosgummi kann man an den Teilen noch erahnen. Auf den Fotos ist das zu erkennen.

Nicht zu vergessen Tacho und Tankanzeige bzw. Drehzahlmesser. Die Tankanzeige hat auf der Rückseite drei Muttern, welche den Widerstand halten und die Steckkontakte für die Messleitung. Achtet auf die Reihenfolge und Position der Teile. Der Tacho ist nur mit zwei Schrauben befestigt.

Ist die neue Tafel soweit vorbereitet, geht es Retour.

Tafel einsetzen, Steckverbinder anschließen, Lampenfassungen anbringen, Heizungsregler anbauen. Alles positionieren und festschrauben.

Radio einsetzen. Hier habe ich mich für ein Retroradio entschieden. Die gibt es zum Teil in originalgetreuer Optik mit entsprechenden Montagerahmen und Bedienknöpfen.

Dashpad aufbauen und Handschuhfach einbauen.

Neue Instrumententafel; hier bereits mit Retroradio und elektronischen Anzeigen