Veröffentlicht am 22. Dezember 2024
Aktualisiert am 5. April 2026
Allgemein
Im Artikel zur Trennung des Bordnetzes von der Batterie habe ich bereits beschrieben, wie sich mit einem Relais etwas Ordnung und Sicherheit ins elektrische Chaos bringen lässt. Funktioniert auch – aber mit einem kleinen Haken: Das Relais bleibt so lange aktiv, wie der Schalter betätigt ist.
Klingt logisch, hat aber eine Nebenwirkung. Vergisst man, die Stromversorgung rechtzeitig zu kappen, arbeitet das Relais still und heimlich weiter – und entlädt dabei ganz geduldig die Batterie. Nicht über Nacht, aber über Wochen hinweg so zuverlässig, dass die Batterie irgendwann beschließt, in den Ruhestand – Stichwort: Tiefentladung – zu gehen. Und das meist genau dann, wenn man eigentlich fahren wollte.
Dieses Szenario durfte ich bereits mehrfach erleben. Die Batterie ließ sich bisher zwar immer wieder zur Mitarbeit überreden – allerdings mit dem Charme einer sehr skeptischen Verhandlung. Dauerhaft überzeugend ist das nicht. Also musste eine bessere Lösung her.
Lösung
Die elegante Antwort darauf ist ein Batteriewächter bzw. Tiefentladeschutz. Dieses kleine Bauteil übernimmt die Rolle des aufmerksamen Aufpassers: Sinkt die Spannung unter einen definierten Wert, trennt es den Stromkreis konsequent.
Der Einsatz beschränkt sich dabei nicht nur auf das Relais-Thema, sondern kann grundsätzlich auch andere Verbraucher im Fahrzeug absichern. Wichtig ist lediglich, dass der Strom im Rahmen bleibt – typischerweise bis etwa 25 Ampere. Für größere Lasten wäre dann wieder eine andere Liga gefragt.
Der Batteriewächter lässt sich sowohl in die originale Bordnetzstruktur integrieren als auch in bereits modifizierte Systeme einbinden. Da beide Varianten ihre Eigenheiten haben, lohnt sich ein Blick auf beide Szenarien – damit am Ende nicht nur die Technik funktioniert, sondern auch die Batterie langfristig bei guter Laune bleibt.
Teilebedarf
Der Teilebedarf ist als Vorschlag und Idee zu verstehen. Selbstverständlich können die Teile individuell gewählt und angepasst werden.
Als Schutzgerät habe ich mich für den bis 25 A belastbaren Voltage Guard II von Beaufort electronics aus Deutschland entschieden.
Variante Original
Ergänzung des Tiefentladeschutzes in das unmodifizierte originale Bordnetz
- 1x Batteriewächter 12 V, 25 A
- 1x KFZ-Schalter
- 1 m KFZ-Leitung 6 mm2 ROT
- 1 m KFZ-Leitung 1,5 mm2 SCHWARZ
- 1x Sicherungsautomat max. 30 A
- Kabelschutzschlauch
- Diverse Pressverbinder 6 mm2
- Diverse Kabelschuhe 6 mm2 und 1,5 mm2
- Diverses Befestigungsmaterial
Variante mit Relais
Ergänzung beim Vorhandensein eines zusätzlichen Relais zum Abschalten der Bordspannung. Er wird in den Ansteuerkreis des Relais geschaltet und unterbricht diesen.
- 1x Batteriewächter 12 V, 25 A
- 1x KFZ-Schalter
- 1 m KFZ-Leitung 1,5 mm2 Bunt
- 1 m KFZ-Leitung <1,5 mm2 SCHWARZ
- 1x Sicherungshalter oder Sicherungsautomat 10–20 A
- Kabelschutzschlauch
- Diverse Pressverbinder 2,5 mm2
- Diverse Kabelschuhe 1,5 mm2
- Diverses Befestigungsmaterial
Durchführung
Ein Tiefentladeschutz ist bei älteren Fahrzeugen, mit möglicherweise vorhandenen Kriechströmen im Bordnetz, eine sinnvolle Ergänzung.
Variante Original
In der originalen Ausführung führt das Hauptstromkabel direkt von der Batterie zum Anlasser. Ein dünneres Kabel verläuft von der Batteriepolklemme zu einem Kontaktpunkt an der Kühlerzarge hinter der Batterie und von dort weiter zum Spannungsregler sowie zum Hupenrelais.
In meiner Lösung nutze ich dieses dünnere Kabel, das zum Kontaktpunkt führt und trenne es.

Der Wächter wird mit Vorsicherung in diesen Strompfad geschaltet. Der Massepunkt am Kotflügel oder der Kühlerzarge wird verwendet und der Rest der Ansteuerung verdrahtet.

Variante mit Relais
In meiner Variante ist im Strompfad zum Spannungsregler und zum Hupenrelais bereits ein 80 A Lastrelais zwischengeschaltet, welches mittels eines Schalters im Innenraum betätigt wird.
Vorsicherungen sind vorhanden, und die neue Verkabelung ist ebenfalls vollständig umgesetzt.

Der Wächter wird in den Ansteuerkreis des Relais gesetzt und der Rest verdrahtet.
Die Darstellungen sind nur schematisch, die genaue Verdrahtung ist anhand der Kontaktbelegung der Bauteile auszuführen.

Der Wächter trennt den Stromkreis zum Sicherungskasten nach Unterschreiten der eingestellten Spannung z. B. 11,5 Volt. Das Zuschalten erfolgt wieder automatisch, wenn die Spannung steigt, z. B. nach dem Laden der Batterie. Sollte ein Zuschalten im Notfall notwendig sein, kann mit dem externen Schalter das Zwangs-Ein ausgelöst werden. So besteht auch bei einem schlechten Ladezustand der Batterie die Möglichkeit den Motor u. U. zu starten.






