Designideen und Konzepte

Abbildungen von Show Cars, Entwürfen und Concept Cars

Inhalt

  • Allgemeines
  • Modelljahr 1968
  • Modelljahr 1969
  • COPOs

Allgemein

Bereits vor der Einführung des Camaro im Modelljahr 1967 (also Ende 1966) begann Chevrolet mit der konzeptionellen Weiterentwicklung der ersten Generation. Die Arbeiten für das Modelljahr 1968 starteten 1966, die des 1969er dann auch schon 1967. Ziel war es, das Grunddesign zu schärfen, neue Zielgruppen auszuloten und auf Markttrends schneller zu reagieren. Parallel zur Serienentwicklung entstanden zahlreiche Entwürfe, die bewusst über das Alltägliche hinausgingen. Diese Studien dienten weniger der direkten Umsetzung, sondern vielmehr als Ideengeber für Formensprache, Ausstattung und Karosserievarianten und wurden bei Messen sowie Ausstellungen zum Publikum gezeigt, um Meinungen einzuholen

Modelljahr 1967

Camaro Waikiki Woodie

Noch während der 1967er Camaro in die Showrooms rollte, nutzte Chevrolet Show Cars, um den jungen „Lifestyle“-Markt zu testen – und genau dafür stand der Waikiki.

Technisch blieb der Entwurf nah an der Serie, optisch schlug er jedoch eine deutlich lifestyle-orientierte Richtung ein. Chevrolet testete damit, ob sich der Camaro auch als modisches Freizeitfahrzeug positionieren ließe. Er basierte auf einem Camaro Convertible und spielte bewusst mit Surf-, Strand- und Freizeit-Ästhetik, inklusive Woodie-Anmutung und passender Präsentation.

Technisch war das weniger eine Ingenieursstudie als ein rollendes Marketing-Statement: „Camaro kann auch Spaß und Freizeit.“ Solche Umbauten waren damals ein gängiges Mittel, um Reaktionen auf Farbe, Trim und Image aufzunehmen, ohne ein Serienprogramm zu riskieren. So wurde der Waikiki zum Schaufenster dafür, wie flexibel das neue Pony-Car-Konzept inszeniert werden konnte.

Abweichend zur Serie hatte das Concept Car rechteckige Scheinwerfer und Speichenräder. Der Grill bestand aus Teakholz und am Heck konnte ein Surfbretthalter montiert werden.

Das Konzept wurde im April 1967 auf der New York Auto Show präsentiert.

Camaro Cherokee

Der Cherokee war ein GM-Show Car, welches der Design-Chef Bill Mitchell in Auftrag gab. Basis war ein 1967 Camaro Convertible mit 396er-Big-Block und TH400-Automatikgetriebe, der aus der Produktion von Norwood genommen und im GM Design Center deutlich „geschärft“ wurde – optisch wie technisch. Er war ein Mitchell-/Design-Center-Projekt mit zahlreichen individuellen Karosserie-Details und einer klaren Performance-Inszenierung. Er nahm Designelemente der 1968 Corvette wie dem Spoilerheck, der Motorhaube mit Hutze und den geteilten Stoßstangen vorweg und sollte, unterstützt durch die „Turbinen“-Design-Räder wie ein „Cousin“ wirken.

Mitchell bat den Chevrolet-Performance-Experten Vince Piggins den Antrieb zu verbessern. Von Piggings stammen die vier Weber-Vergaser auf einer modifizierten Moon-Ansaugbrücke.

Damit war der Cherokee vor allem ein Statement: Wie aggressiv und exklusiv die Camaro-Linie wirken könnte, wenn Styling und High-Performance-DNA ohne Serienzwänge zusammenkommen. Das Fahrzeug wurde zusammen mit dem v. g. Waikiki vorgestellt.

Modelljahr 1968

Camaro Caribe

Für 1968 tauchte mit dem XP-14 genannt Caribe ein deutlich radikalerer Ansatz auf: ein Camaro als sportlicher „Hauler“, irgendwo zwischen Show-Truck und Freizeitgerät. Die Idee orientierte sich am El Camino, hatte aber kein Dach.

Das Konzept tourte und sollte ausloten, ob sich das F-Body-Layout in Richtung Utility und Outdoor-Nutzung dehnen lässt, ohne den sportlichen Kern zu verlieren. In der Wahrnehmung vieler Beobachter war genau diese Grenzüberschreitung der Reiz – Camaro-Optik, aber mit Nutzwert-Gestus. Entscheidend ist: Der Caribe war kein Serienvorläufer, sondern ein Publikumstest, wie weit man die Camaro-Marke stilistisch ziehen kann.

Gezeigt wurde der Wagen vom 7. bis 9. März 1968 auf der „Rod and Custom Show“ in Toledo.

Targa-Version

Alternativ zum Cabriolet versuchte Chevrolet sich an einer Version mit Targadach. Bei der Chevy-Lösung wurde das Dach u. U. in die Dachstruktur der C-Säule geschoben.

Modelljahr 1969

Für das Modelljahr 1969 gab es die größte weitere Entwicklung des Designs, die schlussendlich zum bekannten Ergebnis geführt hat. Technisch war der 69er der bestentwickeltste der 1. Generation.

Neben den oben gezeigten sehr modernen Designs, wurden konservativere Varianten mit einem breiteren Grill und anderer Stoßstangen sowie mit größeren Blink-Standleuchten-Kombis entworfen, die auch stärker geprägte Falten über den Radläufen hatten. Die Rückleuchten wurden mit stärker abgerundeten Ecken und einem deutlichen Sägezahnprofil ausgeführt. Die Heckstoßstange hatte das gleiche Design wie später die Front.

Bei den Faltenbögen über den Radkästen wurde das Team um Henry Haga vom Mercedes 300 SL – Flügeltürer – inspiriert.

COPOs

Auf Grund des Erfolges der getunten Camaros von Yenko oder Gibb und Baldwin wurden die COPOs entwickelt und darauf aufbauend auch weitere Versionen wie ein „echter“ Z/L1 von Chevrolet.

Das Konzept hatte einen geänderten Frontspoiler, zusätzliche Fernscheinwerfer im Grill und eine besser integrierte Stoßstange. Optisch wurden auch Motorhaube und Außenspiegel verändert und der Heckspoiler in der Heckklappe integriert. Es wurden zwei Prototypen gebaut.